Initiative will die Umstände des Todes von Amad Ahmad aufklären, der Ende September in einer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Kleve verbrannt ist.

Fast drei Monate saß der junge Kurde Amad Ahmad unschuldig in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Kleve. Angeblich soll es zu einer Verwechslung mit einem anderen gesuchten Mann aus Mali gekommen sein. Am 17. September schließlich brach Feuer in der Zelle von Ahmad aus. Zwei Wochen später stirbt Ahmad an den schweren Verletzungen durch den Brand.

Für die „Initiative Amad A.“ sind viele Fragen um den Tod des 26-jährigen Kurden unbeantwortet. Mit einer Demonstration am 15. Dezember will sie auf die Beantwortung dieser Fragen drängen und ihre Forderung sichtbar machen. Sie stellt dabei auch die bisher geschilderten Abläufe seiner Festnahme und die Umstände seines Todes in Frage.

Zur Aufklärung der Todesumstände fordert die Initiative unter anderem Antworten auf die folgenden Rätsel:

  • „Wieso hat man Amad nicht geglaubt, als er gesagt hat, dass er nicht der Gesuchte ist?
  • Warum sollte Amad nur einmal gesagt haben, dass er nicht der Gesuchte ist? Wir kannten ihn anders, so war er nicht.
  • Wieso haben weder die Polizei noch die Justiz Amad einen Dolmetscher zur Verfügung gestellt, obwohl er kaum deutsch sprach?
  • Wer hat in der JVA Kleve die Gegensprechanlage ausgeschaltet, als es in Amads Zelle schon 15 Minuten lang gebrannt hat?
  • Warum hat uns niemand darüber informiert, dass er in Haft sitzt?
  • Warum wird behauptet, dass Amad nicht wollte, dass seine Eltern wissen, dass er in Haft sitzt?
  • Warum hat uns niemand gesagt, dass er im Krankenhaus liegt?
  • Wieso wird behauptet, dass er Selbstmord begangen habe? War er überhaupt suizidal?
  • Was wäre mit Amads Leichnam passiert, wenn sein Vater nicht aus den Medien vernommen hätte, dass er gestorben ist?
  • Wieso wurde erst mehr als zwei Wochen nach dem Brand und kurz nach seinem Tod ein externer Brandsachverständiger hinzugezogen?
  • Warum wurde Amads Zelle so oft nach dem Brand geöffnet?
  • Hat Amads Tod einen ähnlichen rassistischen Hintergrund wie der Fall Oury Jalloh im Jahr 2005 in Dessau?
  • Wir fragen uns außerdem, wie es sein kann, dass die Beamt*innen, die für seine unrechtmäßige Inhaftierung verantwortlich sind, weiterhin als Polizist*innen in Geldern arbeiten dürfen.
  • Wer schützt uns, wer schützt die Menschen vor solchen Polizist*innen?“