Die Gelbe Weste wird zum Symbol des Protests – und offenbar gefährlich für Machthaber. In Ägypten wird seit einigen Tagen der Verkauf von gelben Westen unterbunden. Die Behörden befürchten offenbar Nachahmer der französischen Proteste.

In Ägypten sind Ladenbesitzer angewiesen worden, Sicherheitswesten nicht mehr frei zu verkaufen. Kunden müssten eine polizeiliche Genehmigung vorlegen. Sollte ein Ägypter versuchen, eine gelbe Weste zu kaufen, müsse er gemeldet werden. Selbst Importeure von Warnwesten wurden angewiesen, nur noch größere Firmen, keine Kleinhändler mehr zu beliefern.

Die Regelung soll bis Anfang Februar gelten, denn dann ist der 25. Januar vorbei. An diesem Tag wurde der ägyptische Diktator Husni Mubarak im Jahr 2011 gestürzt. Nach dem anschließenden Sieg der Muslim-Bruderschaft in den Wahlen putsche 2013 das Militär unter Führung des Generals As-Sisi. Seitdem herrscht de facto eine Militärdiktatur in Ägypten.

Doch diese hat nun offenbar so große Angst vor Protesten, dass sie mit dem Verbot der gelben Westen versucht, eine symbolische Sympathisierung mit den Massenkämpfen in Frankreich zu unterbinden. Sogar ein Rechtsanwalt wurde schon wegen des Posierens mit einer gelben Weste auf Facebook festgenommen. Ihm wird das „Verbreiten von Falschnachrichten“ vorgeworfen.

Auch in anderen arabischen Ländern gibt es bereits Bezugsnahmen auf die Gelbwesten. So demonstrierten Anfang Dezember Menschen vor dem Gouverneurspalast in der südirakischen Stadt Basra gegen die immer schlechteren Lebensbedingungen. Auch in Jordanien kam es zu Protesten mit gelben Westen.

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