Heute streiken BahnmitarbeiterInnen – denn die Bahn kriegt keine anständige Gehaltserhöhung hin. Aber für eine Erhöhung der Ticketpreise reicht es dann doch noch – einfach asozial. – Ein Kommentar von Tim Losowski.

Montagmorgen. Die Bahn erklärt: bundesweit ist der gesamte Fernverkehr eingestellt, der Streik der Gewerkschaft EVG hat seine Wirkung entfaltet. Zehntausende PendlerInnen und BahnfahrerInnen müssen sich etwas anderes überlegen, wie sie heute zur Arbeit, zur Ausbildungsstätte oder anderswohin kommen. Grund für den Ausstand: der Bahn war die Forderung der EVG nach 7,5% mehr Geld einfach zu hoch. Sie waren bereit, maximal 5,1% mehr Geld zu zahlen. Denn nichts geht über Profit, das zeigt sich auch an anderen Bereichen.

Fahrpreiserhöhung – vor allem für Vielfahrer

Am Sonntag wurden nicht nur die Fahrpläne etwas geändert, die Preise wurden auch mal wieder kräftig angezogen. So werden Monatskarten bei der DB und die Bahncard 100 in Zukunft im Schnitt 2,9% mehr kosten, das „Flex-Ticket“ im Fernverkehr wird im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer. Immerhin sollen die Sparpreise im Fernverkehr ab 19,90€ vorerst bestehen bleiben. Im September hatte die Bundesregierung noch die Abschaffung dieser Rabatte gefordert.

Bahn muss liefern

Diese Erhöhungen sind absolut nicht gerechtfertigt. Statt solche unsozialen Erhebungen durchzuführen, sollte sich die Bahn lieber um das marode Schienennetz kümmern. Das lässt sie nämlich laut Bundesrechnungshof systematisch verfallen. Für die Bahn ist es einfach billiger, eine Brücke komplett kaputt gehen zu lassen als sie zu reparieren. Denn für einen Neubau zahlt dann der Bund, also die ArbeiterInnen, welche die Steuern in diesem Land entrichten.

Die Bahn und vor allem der Bund als ihr Träger müssen endlich liefern. Z.B. mit einem Konzept wie der öffentliche Personenverkehr in Zukunft mittelfristig kostenlos werden kann – wie in Luxemburg oder Estland.

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