Welch ein Weihnachtsgeschenk: Gestern Abend konnten FreundInnen und Angehörige den linken Journalisten Max Zirngast an den Toren des Sincan-2-Gefängnisses wieder in die Arme schließen. Zuvor hatte das 24. Gericht für Schwerverbrechen in Ankara entschieden, dass das Verfahren gegen den Österreicher ohne Haft, aber mit Auflagen fortzusetzen ist.

Der Journalist Zirngast muss sich damit jeden Montag beim zuständigen Polizeirevier melden und hat eine Ausreisesperre. Das Gericht hat somit ebenfalls die Anklageschrift des Staatsanwaltes angenommen, die laut Angaben des Anwalts um die 103 Seiten dick sein soll. Eine erste Anklageschrift war kürzlich noch zurückgewiesen worden.  Details der Vorwürfe sind noch nicht bekannt, dürften aber in Kürze folgen.

Noch ein letztes Bild von Max Zirngast heute Nacht. Jetzt erst mal allen wirklich eine frohe Weihnachtsnacht. Wir sehen…

Gepostet von Free Max Zirngast Solidaritätskampagne am Montag, 24. Dezember 2018

Max Zirngast wurde am 11. September durch eine Spezialeinheit in der Türkei festgenommen. Damals wurde ihm vorgeworfen, Mitglied einer Organisation Namens TKP/Kivilcim zu sein – die es aber laut türkischen Gerichten gar nicht gibt. Dazu Anwalt Murat Yılmaz: „Die gesamte Anklage ist substanzlos, natürlich hat das Gericht eine Fortsetzung des Verfahrens mit Haftentlassung beschlossen.“

Der Solidaritätskreis „FreeMaxZirngast“ kündigte derweil an, seine Arbeit fortzusetzen: „Wir werden trotz der überraschend guten Nachrichten natürlich nicht locker lassen, bis Max vollständig freigesprochen ist und auch wieder ins Ausland reisen darf. Und auch für den Prozesstermin werden wir natürlich eine internationale Delegation organisieren. Jetzt aber wünschen wir erst mal allen und natürlich insbesondere Max, seinen Freund*innen und seiner Familie ein frohes Weihnachtsfest.“ Der erste Gerichtstermin ist für den 11. April 2019 anberaumt.

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