Luxemburgs öffentlicher Personennahverkehr wird ab dem kommenden Sommer auf ein völlig kostenfreies Modell umgestellt.

Während in Deutschland noch darüber diskutiert wird, ob überhaupt eine Möglichkeit bestehe, kostenlosen Nahverkehr in Modellstädten zuzulassen (Link), nimmt Luxemburg eine Vorreiterrolle ein (Link): Auf Grund einer neuen Regierungskoalition, bestehend aus Linken, Grünen und einer Zentrumspartei, werden ab dem Sommer 2019 keine Ticketpreise mehr auf Züge, Tram und Busse erhoben.

Kleines Land, kurze Verbindungen

Zum jetzigen Zeitpunkt kostet ein Zwei-Stunden-Ticket rund zwei Euro. Auf Grund der geringen Fläche des Landes, reicht dies für fast alle Strecken aus. Sowieso sind der Aufpreis für die erste Klasse mit drei Euro und ein Tagesticket für vier Euro sehr gering. Kinder und Jugendliche reisen außerdem schon jetzt kostenfrei.

Finanzierung umstritten

Um einen kostenfreien Nahverkehr zu gewährleisten, sollen Teile der Finanzierung dadurch erbracht werden, dass die bisherige Steuerbefreiung für Pendler aufgehoben werden soll. Die Regierungskoalition erhofft sich durch die Maßnahme einen Rückgang des privaten Autoverkehrs, der in der Hauptstadt Luxemburg ein enormes Problem darstellt. Ob die Unterteilung der ersten und zweiten Klasse in Zügen und Bahnen bestehen bleibt, ist bislang unklar.

Inwieweit sich das luxemburgische Modell genauso auch in Deutschland realisieren ließe, ist schwer zu sagen, da sich die Landesgröße und das Bruttoinlandsprodukt stark unterscheiden. Eine Vorbildrolle nimmt das kleine Luxemburg trotzdem ein.

Für die Zukunft plant die Regierungskoalition weitere Veränderungen: Die Legalisierung von Cannabis und die Einführung eines gesetzlichen Feiertags am 9. Mai, dem „Europatag“.