Zahlreiche MieterInnen stehen vor Problemen, denn die ohnehin hohen Mieten könnten nach Renovierungen noch höher werden. Deswegen haben sich vielerorts Menschen zusammengeschlossen und protestiert. Vor allem der Immobilienkonzern Vonovia steht in der Kritik.

Mancherorts waren in diesem Jahr mehrere zehntausend MieterInnen auf der Straße, um gegen Miete und schwindenden bezahlbaren Wohnraum zu protestieren. Beispielsweise kamen im April rund 25.000 Menschen in Berlin zusammen, auch in vielen anderen Städten waren Luxussanierungen und „Mietenwahnsinn“ Themen, die Protest hervorriefen. Modernisierung und Sanierung an sich waren den Protestierenden dabei kein Dorn im Auge, aber allzu oft werden Kosten auf MieterInnen umgelegt, sodass die Mietverhältnisse unbezahlbar werden und als wahre „Luxussanierungen“ bezeichnet wurden.

Eine Mietwohnungssiedlung in Konstanz beschreibt der Spiegel als „unbequemsten von vielen unbequemen Gegnern des deutschen Wohnungskonzerns“. Dort wehrten sich MieterInnen mit Parolen wie „Vonovia modernisiert, Miete explodiert“.

Konzern lenkt ein

Dieser Protest trägt nun erste Früchte, denn Rolf Buch, der Vorstandsvorsitzende der Vonovia, kündigte an, vorgesehene Modernisierungen zurückzuschrauben. Künftig solle es nicht mehr zu Umlagen auf die Mietpreise kommen, die zu einer Erhöhung um mehr als zwei Euro pro Quadratmeter betragen. Buch selbst ist neben seiner Tätigkeit bei Vonovia auch Vizepräsident des „Zentralen Immobilien Ausschusses“ (ZIA). Auf der Wikipedia-Seite heißt es über ihn: „Im Jahr 2017 verdiente Buch 117-mal so viel wie ein durchschnittlicher Beschäftigter seines Konzerns.“

Zweifelhafte Projekte

Der Spiegel berichtete außerdem von Modernisierungsprojekten, die die Wirtschaftlichkeit der Renovierungen anzweifeln lassen. Beispielsweise seien in einem Fall die Mieten um rund 200 Euro monatlich gestiegen, die Ersparnis für die Heizkosten habe aber nur wenige Cent betragen.