Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will nach seiner Fusion mit dem US-Unternehmen Monsanto 12.000 Menschen entlassen.

Das entspricht etwa jedem zehnten Menschen der momentan bei dem Konzern Beschäftigten. Zu einem Großteil der geplanten Stellenstreichungen soll es in Deutschland kommen: 5.500 – 6.000 Stellen sollen allein in der Verwaltung von Bayer wegfallen. Zudem will der Konzern Teile seiner Chemieparks in Leverkusen, Dormagen und Krefeld verkaufen (Link).

Unter anderem ist das erst 2015 gebaute Pharmawerk in Wuppertal von den Plänen betroffen. Es soll Schritt für Schritt stillgelegt werden. Bayer-Chef Werner Baumann erklärte, aufgrund verschärfter Konkurrenz auf dem Markt sehe man sich gezwungen, die Produktion zu konzentrieren und die eigentlich für Wuppertal geplanten Präparate nun ebenfalls in Berkeley (USA) zu produzieren. Die Empörung bei vielen Beschäftigten ist groß.

Oliver Zühlke, Betriebsratschef bei Bayer, zeigte sich zufrieden mit einer Vereinbarung, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen und vollständigen Standortschließungen bis 2025 kommen dürfe. Er nannte die Vereinbarung einen „Meilenstein“.

Was jedoch danach auf die Beschäftigten zukommt, dürfte im Ungewissen liegen. Umstrukturierungen mit Stellenstreichungen, um die Effektivität zu steigern, sind intern bei Bayer bereits seit 2017 geplant (Link). Dass die Pläne gerade jetzt angekündigt wurden, ruft viel zusätzliche Kritik hervor, denn nach der gerade erfolgten Fusion mit Monsanto muss jetzt der Bayer-Konzern die Schadensersatzkosten von Monsanto in Höhe von 285 Millionen Dollar tragen. Unter anderem Christian Leye, Sprecher der Linkspartei in NRW kritisierte: „Um die Aktionäre zu schützen, sollen nun die Beschäftigten die Zeche zahlen. Das ist eine Sauerei.“