Die Bahngewerkschaft EVG hat die Tarifgespräche überraschend abgebrochen, als keine Einigung in Sicht war. Nun werden am Beginn der kommenden Woche viele Bahnen stillstehen, denn die BahnfahrerInnen veranstalten einen Warnstreik.

Eigentlich war erwartet, dass die Gespräche zwischen dem Deutsche-Bahn-Konzern und der Bahnergewerkschaft spätestens am Freitag ihr Ende finden, denn bisher berichteten sowohl die beteiligten Gewerkschaften GDL und EVG als auch die DB von zügigen, sachlichen Verhandlungen. Auch in vergangenen Tarifverhandlungen waren sich die Lager überraschend schnell einig geworden, doch diesmal brach die EVG die Verhandlungen kurz vor dem geplanten Abschluss ab.

Bereits am Freitag kündigte Regina Rusch-Ziemba, die die Verhandlungen für die EVG führt, evgan: „Diese Verhandlungsrunde ist für uns die entscheidende. Entweder wir erzielen in der Zeit vom 6. bis 8. Dezember einen Abschluss und setzen unsere Kernforderungen sowie eine Erhöhung der Studien- und Ausbildungsvergütung durch oder wir brechen die Verhandlungen ab.“ Und so kam es auch, als keine Einigkeit bezüglich der Forderungen bestand, wurden die Tarifverhandlungen auf den letzten Metern vor dem erwarteten Abschluss abgebrochen.

Personalknappheit und Überalterung

Für die ArbeiterInnen der DB ist vor allem der Personalmangel spürbar, denn Überstunden gehören beispielsweise unter den LokführerInnen zur Regel. Für die tarifgebundenen DB-ArbeiterInnen gilt das Wahlmodell, bei dem sie zwischen mehr freien Tagen oder höherer Bezahlung entscheiden müssen, dieses auszubauen ist eine der Forderungen der EVG. Außerdem gibt es nicht genug Menschen, die neu im Betrieb anfangen oder ihre Ausbildung bei der Deutschen Bahn machen. Zwar verhandeln die Streitparteien auch über bessere Bedingungen für Auszubildende, aber die 20.000 Stellen, die die DB in Aussicht stellte, können den Personalmangel nur kaum merklich verbessern.