Was für ein erstaunliches Netzwerk: Ein deutscher Adeliger aus dem thailändischen Bangkok hat 50.000€ an die „Alternative für Deutschland“ überwiesen. Ein Mann mit gleichem Namen soll in den siebziger Jahren für den Bundesnachrichtendienst Waffen in Krisengebiete vermittelt haben. Und auch die Affäre um eine verschleierte Groß-Spende aus der Schweiz wird immer dubioser.

Wie aus dem aktuellen Rechenschaftsbericht der Partei hervorgeht, erhielt diese im Jahr 2017 eine große Spende aus Thailand. Ein Unternehmer mit gleichem Namen hatte in den siebziger Jahren als Partner des deutschen Auslandsgeheimdienst „Bundesnachrichtendienst“ (BND) Waffen in Krisengebiete und insbesondere an mehrere rechte Regime vermittelt:

  • An Rhodesien, wo die Regierung der weißen Minderheit gegen schwarze Nationalisten kämpfte.
  • An den südafrikanischen Apartheid-Staat.
  • An die griechische faschistische Militärjunta.

Der damalige BND-Chef war Gerhard Wessel. Bereits unter Hitler hatte er den im Kampf gegen die Sowjetunion spezialisierten Geheimdienst „Fremde Heere Ost“ geleitet.

Ob es sich bei dem AfD-Spender und dem Waffenhändler der siebziger Jahre um dieselbe Person handelt, ist bislang unklar. Laut SPIEGEL würden Handelsregisterunterlagen aus Liechtenstein und Deutschland dies jedoch nahelegen. Der benannte Spender war für eine persönliche Stellungsnahme bislang nicht erreichbar. Auch die AfD nahm zu der Überschneidung keine Stellung. Sie bestätigte nur, dass es sich um einen deutschen Staatsbürger handle.

Multi-Millardär Finck finanzierte die „Alternative für Deutschland“

Wo ist der Schweizer Großspender hin?

Auch die Entwicklung im Fall einer anderen Groß-Spende wirft ein immer dubioseres Licht auf die AfD. So war Ende des vergangenen Jahres bekannt geworden, dass der Wahlkreis der AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel eine Groß-Spende über 132.000€ in kleinen Tranchen erhalten hat. Diese Spende war erst einige Monate später zurückgezahlt worden. Zuvor war sie für Anwaltskosten und massive Facebook-Werbung eingesetzt worden.

Alice Weidel bezahlte Facebook-Likes mit illegalen Auslandsspenden

Die Spende war über ein Schweizer Gesundheitsunternehmen geflossen. Nachdem die Spendenaffäre bekannt wurde, erklärte das Unternehmen, das Geld käme ursprünglich von einem reichen Schweizer, der jedoch anonym bleiben wolle. Nun hat die AfD jedoch in einer Aufstellung an die Bundestagsverwaltung etwas anderes behauptet. Sie legte eine Liste mit 14 Deutschen vor, welche die Spenden getätigt haben sollen. Warum diese die Spenden über das Schweizer Unternehmen tätigten, sagte die AfD nicht. Dadurch wurden diese eigentlich legalen Spenden schließlich zu illegalen Auslandsspenden. Auch das Schweizer Unternehmen konnte nun nicht mehr erklären, wohin der reiche Großspender aus Zürich verschwunden ist.