Zehn obdachlose Menschen sind seit der ersten kalten Nächte im Herbst am Kältetod gestorben. Schon 4 Menschen in den Oktober- und Novembernächten sind in Nordrhein-Westfalen erfroren.

Recherchen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungshilfe (BAG W) haben ergeben, dass es in diesem Winter bereits zu zehn Kältetoten gekommen ist. Die Geschäftsführerin Werena Rosenke geht von einer noch größeren Dunkelziffer aus. Da der deutsche Staat keine offiziellen Zählungen zu Kältetoten hat, muss die BAG W bei ihrer Zählung auf Medienberichte zurückgreifen. „Es geht dabei um Menschen, die auf der Straße durch die Einwirkung von Kälte gestorben sind“, erklärt Frau Rosenke, „auch Herzversagen kann dabei mit Unterkühlung zusammenhängen.“

In vielen Fällen gibt es keinen Obduktionsbericht oder eine Untersuchung zum Tod der Obdachlosen. Somit kann nicht genau festgestellt werden, woran sie genau starben. Seit Beginn der 90er Jahre ergab die Zählung der BAG W insgesamt 314 Kältetote in Deutschland. Früher seien es 20 bis 30 Tote pro Winter gewesen. Bei weiteren 38 Menschen besteht die Annahme, dass sie in den letzten Jahren am Kältetod starben.

Immer mehr Menschen ohne Wohnung

Insgesamt 860.000 Menschen leben in Deutschland ohne Wohnung, das ergab eine Studie der Arbeitsgemeinschaft im Jahr 2016. Für 2018 errechnete sie rund 1,2 Millionen Obdachlose in unserem Land. 52.000 Menschen von den 860.000 leben auf der Straße, also nicht in einem Heim, bei Bekannten oder kommen in anderen sozialen Einrichtungen unter. Zehntausende aber leben zur Zeit auf der Straße. Sie verbringen ihre Nächte bei Minusgraden, Schnee und Regen unter einer Brücke, in einem Hauseingang oder in einer Straßennische.

In einer konkreten Notsituation gibt es einfache Wege, zu verhindern, dass Menschen erfrieren, sogenannte „Kältetelefone“. Diese schicken Decken, warmes Essen oder einen Bus vorbei, der die Person in eine Unterkunft fährt. Bei akuter Gefahr kann auch ein Notruf unter 112 Leben retten.

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