Madrid versucht die Armut in Spanien durch Reformen einzudämmen. Etwa 5 Millionen ArbeiterInnen profitieren von Lohnsteigerungen.

Seit Januar diesen Jahres ist in Spanien der Mindestlohn um 22% auf 900€ im Monat angehoben worden (Link). Der Vorsitzende der regierenden Sozialdemokraten Pedro Sánchez veranlasste die Erhöhung per Dekret in der letzten Sitzung des spanischen Kabinetts im Jahre 2018, die in Barcelona stattfand. Für das Jahr 2020 sind weitere Verhandlungen über eine Erhöhung auf bis zu 1000€ geplant (Link).

Die Reformen stehen im Licht der kommenden Wahlen in Spanien. Im Mai finden die Kommunal-, Regional-. und die Europawahl statt, außerdem sind für 2020 bundesweite Wahlen angesetzt, welche aber vorgezogen werden könnten.

Mit der Erhöhung des Mindestlohns kam auch eine Erhöhung der Gehälter für Angestellte des öffentlichen Diensts. Diese beläuft sich auf rund 2,5% über zwei Jahre. Die Kosten dafür werden auf etwa 3,6 Milliarden Euro geschätzt, wobei diese hauptsächlich von den Autonomen Gemeinschaften Spaniens und nicht von der Zentralregierung gezahlt werden (Link).

Die Erhöhungen kommen im Rahmen der angespannten Lage Spaniens. Spanien wurde schwer von der Krise getroffen und ist nach Griechenland das Land mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote in der EU (Link). Es wird geschätzt, dass etwa 700.000 Kinder in extremer Armut leben und jedes dritte Kind akut armutsgefährdet ist (Link). Gleichzeitig sollen durch die Erhöhungen soziale Proteste eingedämmt werden.

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