InternationalistInnen in Rojava rufen zu internationalen Aktionstagen gegen eine erneut drohende türkische Invasion auf.

In den letzten Wochen hat das türkische Militär verstärkt Truppen an der Grenze zu Syrien und in den bereits von der Türkei und durch islamistische Gruppen besetzten Gebieten zusammengezogen. Erdogan scheint es auf einen direkten Krieg mit den kurdischen, arabischen und christlichen Kräften der Demokratischen Föderation Nordostsyrien ankommen zu lassen, sofern Russland und die USA dies zulassen werden.

„Wir als Internationalistische Kommune von Rojava verfolgen mit Sorge die Ankündigungen aus Ankara, die Gebiete der Demokratischen Selbstverwaltung militärisch zu besetzen“, sagt Sara Andre von der Internationalistischen Kommune in Rojava. „In Afrin haben wir gesehen, was eine solche Besatzung durch die Türkei und ihre islamistischen Kräfte für die Menschen bedeutet. Vertreibung, Tod, und Vergewaltigung. Unterdrückung anderer Kulturen und Ethnien und die Zerstörung der Natur. Als InternationalistInnen in Rojava sehen wir es als unsere Verantwortung, einen Beitrag gegen die Besatzung und zur Verteidigung und Schutz der Menschen zu leisten“. Die AktivistInnen wissen von was sie sprechen. Viele von ihnen waren selbst in Afrin, als am 20.1.2018 das türkische Militär und islamistische Milizen begannen die Region zu besetzen.

Nur durch die politische, finanzielle und militärische Unterstützung der Türkei durch westliche Staaten, ist diese in der Lage, einen solchen Krieg zu führen. „Besonders scharf verurteilen wir die Waffenexporte an die Türkei. Gerade multinationale Konzerne wie Mercedes Benz, Rheinmetall, Leonardo oder SAAB, profitieren von Kriegen der Türkei. Es waren die Panzer unter anderem aus Deutschland, Lkw aus Schweden und Hubschrauber aus Italien, welche die völkerrechtswidrigen Kriege der Türkei erst ermöglichen“, so Sara Andre weiter. Die starken militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen, welche westliche Staaten zur Türkei führen, machen deutlich, dass sie diese Angriffe toleriert, wenn nicht sogar befürwortet haben.

Um auf die Gefahr eines Angriffs aufmerksam zu machen und ein deutliches Zeichen gegen den Krieg zu setzten, ruft die Internationalistische Kommune von Rojava unter #RiseUp4Rojava zu globalen Aktionstagen auf. Diesem Aufruf haben sich mehr als 25 Organisationen und Gruppen u.a. aus Schweden, England, der USA, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Tschechien angeschlossen. Und auch Einzelpersonen, wie David Graber und Chris Williamson, Mitglied der Labour Party im englischen Parlament, unterstützen die Aktionstage.

Auch die Kampagne „Make Rojava Green Again“, die in Rojava selbst in ökologischen Projekten arbeitet, nimmt an den Aktionstagen teil. Ulrike Martin, Aktivistin der Aktion, sagt: „Krieg bedeutet immer auch die Zerstörung der Natur. Für den Aufbau einer demokratischen und ökologischen Gesellschaft braucht es daher Frieden“.

Nach Aussagen der Internationalistischen Kommune sind bisher in mehr als 20 Städten u.a. in Stockholm, New York, San Francisco, London, Hamburg, München, Berlin und Prag Aktionen angekündigt. Sie betont, dass es offensichtlich nicht reiche, nur an die Öffentlichkeit, Regierungen und Firmen zu appellieren. „Nur wenn wir mit Nachdruck die Forderung der Menschen nach dem Stopp der Unterstützung des türkischen Staates auf die Straße, in Parteibüros und vor die Tore der Waffenfabriken im Westen bringen, können wir den Krieg verhindern“, so Sara Andre.

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