In Berlin und Nordrhein-Westfalen streikten gestern tausende ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen. Aufgerufen hatten die Gewerkschaften ver.di und GEW.

Berlin

Am Dienstag, 29.1.2019, haben in Berlin mehr als 2.000 Personen am halbtägigen Warnstreik und der Kundgebung der Bildungsgewerkschaft GEW teilgenommen. Insgesamt waren 13.000 landesbeschäftigte SozialarbeiterInnen, GrundschullehrerInnen und ErzieherInnen dazu aufgefordert, am Dienstagvormittag die Arbeit niederzulegen. Die GEW fordert sechs Prozent mehr Entgelt oder mindestens 200 Euro mehr im Monat.

Unterstützung gab es auch von Eltern: „Erst durch den täglichen Einsatz unserer Erzieher können wir überhaupt arbeiten gehen. Es ist nur gerecht, wenn sie während der gerade stattfindenden Tarifverhandlungen eine Angleichung ihrer Gehälter an die der anderen Bundesländer fordern“, meldet sich Lea-Kristin Martin von der Elterninitiative „Kitakrise Berlin“ zu Wort. Auch Corinna, Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita nimmt mit ihrer vierjährigen Tochter am Warnstreik teil: „Ich finde es wichtig, dass die Erzieher sehen, dass auch wir Eltern sie unterstützen“.

Nordrhein-Westfalen

Auch in Nordrhein-Westfalen hatte ver.di zu einem Warnstreik am Dienstag aufgerufen. Dort haben sich im Laufe des Tages rund 1.000 AWO-ArbeiterInnen an dem Warnstreik beteiligt. Vor allem in Bochum und Herne zeigte sich die Streikbereitschaft, 25 von 29 Kitas waren geschlossen. Es wurde auch in Pflegeeinrichtungen, Sozialstationen und Pflegediensten gestreikt. Zu der zentralen Kundgebung in Düsseldorf kamen mehr als 1.000 ArbeiterInnen und Eltern.

Auch in NRW forderte die Gewerkschaft mehr Lohn. Eine Lohnerhöhung von 10 Prozent wird angestrebt. Die Arbeitgeber wiesen diese Forderung ab: „Die Forderungen, die Gewerkschaftsvertreter vorlegten, stammten eher aus dem Zauberhut klassenkämpferischer Phantasien als aus der sozialpolitischen Wirklichkeit“.