Im letzten Jahr sind jeden Tag im Durchschnitt sechs Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Besonders gefährlich ist die Überfahrt von Libyen zu den EU-Ländern Malta und Italien. Dort stieg die Todesrate innerhalb eines Jahres um das Dreifache.

Das erklärte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf. Demnach war es im Jahr 2017 noch eine tote Person auf 38 Ankömmlinge, letztes Jahr kam bereits ein Toter auf 14 Personen.

Insgesamt kamen rund 117.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Dabei sind mindestens 2.275 ums Leben gekommen. Im Jahr 2017 waren es sogar noch mindestens 3.139 Tote, jedoch bei einer deutlich höheren Zahl von fliehenden Menschen: 172.000 kamen damals in Europa an.

„Wir können diese Tragödien beenden“

Laut UNHCR hat wahrscheinlich die Einschränkung der Such- und Rettungsmissionen in den letzten Monaten mit zu diesen Entwicklungen beigetragen.

„Man kann sich nicht aussuchen, ob man Menschen in Seenot rettet oder nicht. Es ist keine Frage der Politik, sondern eine uralte Pflicht“, so der UNHCR-Chef Filippo Grandi. „Wir können diese Tragödien beenden, in dem wir Mut und Vision zeigen und nicht nur das nächste Flüchtlingsboot sehen, sondern eine langfristige Lösung mit regionaler Kooperation finden, bei der das menschliche Leben und die Würde im Mittelpunkt stehen.“