Die Lage in Nordsyrien bleibt angespannt. Während der US-Präsident die Türkei mit Drohungen von einem Angriff abhalten will, verhandeln kurdische VertreterInnen mit syrischen und russischen Beauftragten.

Dass die Türkei fest entschlossen und bereit dazu ist, erneut in Syrien einzumarschieren – darin sind sich wohl alle BeobachterInnen der Situation in Syrien einig. Gleichzeitig treffen diese Planungen bei kaum einer anderen in Syrien engagierten Macht auf Gegenliebe.

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump ging dabei jetzt sogar soweit, dass er der Türkei offensiv mit massiven Konsequenzen gedroht hat, sollte es zu der geplanten Invasion kommen: „Wir werden die Türkei wirtschaftlich verwüsten, wenn sie die Kurden angreifen.“, so Trump auf seinem Twitter-Account. Gleichzeitig ermahnte er die kurdischen Kräfte, die Türkei nicht zu „provozieren“ (Link).

Trump forderte zudem die Errichtung einer „20 Meilen-Sicherheitszone“. Von wem genau diese eingerichtet und kontrolliert werden soll, dazu äußerte sich Trump zunächst nicht. Parallel dazu sollen die USA mit dem – Ende vergangen Jahres angekündigten – Truppenabzug begonnen haben.

Seit vergangener Woche wurden zudem russische Militäreinheiten in die Umgebung der nordsyrischen Stadt Manbij verlegt und führen seitdem Patrouillen zu dem von der Türkei besetzten Gebiet Syriens durch.

Außerdem sollen kurdische VertreterInnen in Verhandlungen mit der syrischen Regierung in Damaskus stehen. Dabei soll es nicht nur um die konkrete Abwehr einer türkischen Invasion gehen, sondern ebenfalls um die zukünftige Gestaltung der syrischen Verfassung und der dort verbrieften Rechte für die verschiedenen Volksgruppen.

Die kurdischen VertreterInnen bestehen demnach auf einem „dezentralisierierten, aber vereinigten Syrien“ mit fair verteilten Ressourcen. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnten auch die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) in die reguläre syrische Armee eingegliedert werden (Link).