Bereits seit Mitte Dezember protestieren Zehntausende im Sudan. Auslöser ist eine Steigerung des Brotpreises um das Dreifache. Mittlerweile haben sich die Proteste zu einem Aufstand gegen das Regime von Omar al-Baschir entwickelt.

Nach Studien diverser NGOs gilt der Sudan sowohl als eines der ärmsten, als auch korruptesten Länder Afrikas. Seit 1989 regiert Omar al-Baschir das Land als Militärdiktator. Auslöser der Proteste im Dezember war die von der Regierung geplante Erhöhung der Brot- und Benzinpreise.

Amnesty International sprach bereits nach der ersten Woche der Proteste von 37 erschossenen DemonstrantInnen. Seitdem bekommt das Regime den Aufstand nicht in den Griff und sieht sich zunehmend mit der Forderung nach Al-Baschirs Rücktritt konfrontiert. Insbesondere nach den Freitagsgebeten gibt es starke Proteste, bei denen in einigen Regionen Prediger, die sich auf die Seite des Regimes stellten, von den Menschen aus der Moschee geworfen wurden (Link).

Neben zahlreichen Protesten mit hunderten und tausenden TeilnehmerInnen in diversen Städten des Sudans finden auch in Berlin Demonstrationen sudanesischer MigrantInnen statt. Berichtet wird unter anderem davon, dass sich viele SozialistInnen im Exil und AktivistInnen anderer Bewegungen den Protesten in Europa angeschlossen hätten.

Politische Kommentatoren halten es für fragwürdig, ob die international ausschlaggebenden Mächte überhaupt ein Interesse an der Ablösung des Diktators haben. Saudi-Arabien macht sich sudanesische Soldaten beispielsweise in seinem Krieg im Jemen zu Nutze, und die EU schätzt das momentane Regime für sein hartes Vorgehen gegen Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa.