Adil Demirci darf das Hochsicherheitsgefängnis Silivri nach 10 Monaten Haft verlassen.

Der Kölner Sozialwissenschaftler und Journalist Adil Demirci wird nach 10 Monaten aus der türkischen Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Silivri entlassen. Diese Entscheidung verkündete das Gericht bei Demircis zweitem Verhandlungstag an diesem Donnerstag. Insgesamt wurden bei den Verhandlungen am heutigen Tag zwei Angeklagte frei gelassen.

Demircis Freiheit ist jedoch weiterhin stark begrenzt. So darf der 33-Jährige weder die Türkei, noch die Provinz Istanbul verlassen. Zudem muss er sich regelmäßig bei der Polizei melden. Der Prozess gegen Demirci und die 22 weiteren Mitangeklagten soll am 30. April weitergeführt werden.

An der heutigen Verhandlung in Istanbul nahmen unter anderen der deutsche Generalkonsul Michael Reiffenstuel, der Kölner SPD-Abgeordnete Rolf Mützenich, der Kölner Linken-Stadtrat Jörg Detjen, sowie der Journalist Günther Wallraff als Beobachter teil.

Wie bei vielen RegierungskritikerInnen und Oppositionellen in der Türkei lautet auch bei Demirci der Vorwurf der türkischen Justiz: Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und Terrorpropaganda. Konkret wird Adil Demirci die Teilnahme an drei Beerdigungen in den Jahren 2013, 2014, 2015 vorgeworfen. Demirci hatte in der Türkei die Beerdigungen von kurdischen YPG-KämpferInnen, die im Kampf gegen den Islamischen Staat getötet wurden, für die Berichterstattung der Nachrichtenagentur ETHA besucht.

„Wir sind erleichtert, aber geben nicht auf bis Adil wieder bei uns ist. Der Solidaritätskreis ‚Freiheit für Adil Demirci‘ wird sich daher weiterhin für die vollständige Freiheit von Adil einsetzen und die wöchentlichen Mahnwachen fortsetzen bis Adil tatsächlich nach Köln ausreisen darf!“ so der Solidaritätskreis „Freiheit für Adil Demirci“ in einer Pressemitteilung am Donnerstag Nachmittag (Link).

Bereits am Mittwoch, 13. Februar, gab es in zehn Städten Solidaritätskundgebungen, um die Freiheit für Adil Demirci und alle in der Türkei verhafteten JournalistInnen zu fordern.

[paypal_donation_button align=“left“]