Fast auf den Tag genau 10 Monate nach seiner Festnahme steht Adil Demirci am 14. Februar erneut in der Türkei vor Gericht. Der erste Prozesstag am 20. November wurde ohne Ergebnisse verschoben.

Wie bei den meisten Verfahren gegen RegierungskritikerInnen und Oppositionelle in der Türkei lautet auch bei Demirci der Vorwurf der türkischen Justiz: Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation.

Konkret wirft der türkische Staat Demirci vor, an drei Beerdigungen in den Jahren 2013, 2014 und 2015 teilgenommen zu haben. Dies waren Beerdigungen von Menschen, die im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) gestorben sind. Adil hatte als Journalist an diesen Beerdigungen teilgenommen, um darüber zu berichten.

Mahnwachen in neun Städten geplant

Familie, Freunde, Bekannte und KollegInnen von Adil Demirci hatten sich daraufhin zu einem Solidaritätskreis unter dem Namen „Freiheit für Adil Demirci“ zusammengeschlossen und fordern seit seiner Festnahme die sofortige Freilassung ihres Freundes und die Genehmigung zu seiner Ausreise nach Deutschland.

Für den 13. Februar haben sie nun zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen, um den Druck auf die deutschen und türkischen Behörden vor dem anstehenden Verhandlungstag nochmals zu erhöhen. Unterstützung bekommen sie dabei von der, in der Gewerkschaft ver.di organisierten, „Deutschen Jorunalistinnen- und Journalisten Union“.

Am 13. Februar sind daher zahlreiche Mahnwachen in verschiedenen Städten geplant:
• Ulm, Münsterplatz, 18 Uhr
• Stuttgart, Rotebühlplatz, 18 Uhr
• Frankfurt, Kaisersack / gegenüber HBF, 18 Uhr
• Mannheim, gegenüber HBF, 18 Uhr
• Köln, Wallraffplatz, 18 Uhr
• Duisburg, Königstraße, 17 Uhr
• Hamburg, Altona / gegenüber Mercado, 17 Uhr
• Kiel, Asmus-Bremer-Platz, 18 Uhr
• Nürnberg, Hallplatz, 18 Uhr