Vor einigen Monaten waren die ersten Recherchen veröffentlicht worden, dass es durch den Veteranenverein „Uniter“ ein rechtes Netzwerk gebe. Jetzt berichtet ein Ex-KSK-Mitglied auch über Waffendepots und Pläne zum Umsturz.

Innerhalb des Vereins „Uniter e.V.“ soll sich ein Netzwerk rechter ehemaliger und aktiver SoldatInnen, ReservistInnen, Mitgliedern des Verfassungsschutzes und der Eliteeinheit der Bundeswehr, dem „Kommando Spezialkräfte“ (KSK), gebildet haben. Bekannt war bereits, dass die ungefähre Größe des Netzwerks auf rund 1.800 Menschen zu schätzen und der Fokus der Mitglieder auf den „Tag X“ gerichtet sei. Sie sähen ihre Aufgabe darin, sich auf eben diesen Tag vorzubereiten und im entscheidenden Moment als eine Art „Schattenarmee“ einzugreifen.

Destabilisierung des politischen Systems

Eben das ist neu an den Einschätzungen, die ein ehemaliges KSK-Mitglied gegenüber dem SWR preis gab: Es gehe nicht nur um die Möglichkeit, am Tag X einzugreifen oder – wie vorher bekannt – im Fall einer Invasion Russlands Guerillakämpfe durchzuführen, sondern erklärtes Ziel einiger Mitglieder sei die Destabilisierung des politischen Systems in Deutschland.

Auch machte das Ex-Vereinsmitglied genauere Angaben zu den Waffendepots, von denen schon zuvor öfter die Rede war. Rund 80 bis 100 Personen sollen solche Lager angelegt haben, er bezeichnete sie als den „harten Kern“.

Mehr Info über führenden Kopf André S.

Der stellvertretende Uniter-Vorsitzende André S., ein KSK-Hauptfeldwebel, ist Initiator vieler Chats, die mit dem Netzwerk in Verbindung gebracht werden. Er soll enge Verbindungen zum Militärischen Abschirmdienst (MAD) haben, pflegte wohl aber auch Kontakt zum rechtsextremen Bundeswehroffizier Franco A.

Laut der Aussagen gegenüber dem SWR sehe André S. in dem Netzwerk aber vor allem ein funktionierendes Geschäftsmodell und die Möglichkeit, sich an Mitgliedsbeiträgen zu bereichern.

„Eine Schattenarmee sind wir definitiv nicht.“

Marco D’Arcangelo ist Distriktleiter bei Uniter, nachdem er acht Jahre lang Soldat einer „Spezialverwendung“ war. Er erzählt von der außerordentlichen Ausgeglichenheit der Mitglieder und auch ansonsten sei der Verein unpolitisch, nur ein SPD-Mitglied falle ihm spontan ein. „Eine Schattenarmee sind wir definitiv nicht. Wir machen auch keine verborgenen Missionen oder sonst irgendwas“.

[paypal_donation_button align=“left“]