Vor einer Woche verkündete US-Präsident Trump, dass er die inhaftierten IS-Kämpfer freilassen würde, wenn ihre Herkunftsländer sie nicht aufnähmen. Der kurdische Außenbeauftragte Abdulkarim Omar erklärt, dass das nicht in der Entscheidung des US-Präsidenten liege.

Unter Führung der YPG hat das Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) insgesamt 800 IS–Kämpfer gefangen genommen, außerdem 700 Frauen von IS–Kämpfern und 1.500 Kinder. Darunter sind auch mindestens 40 Gefangene mit deutscher Staatsbürgerschaft, davon werden 18 mit Haftbefehl gesucht. Am 17. Februar drohte Trump per Twitter, wenn sich die Länder, vor allem Deutschland, Frankreich und Großbritannien nicht um ihre IS-Kämpfer kümmern würden, dann müssten die Gefangenen freigelassen werden.

Die Reaktion der kurdischen Kräfte

„Wir werden mit den IS-Mitgliedern gemäß den internationalen Verträgen und Konventionen umgehen, und wir werden sie nicht freilassen“, so der kurdische Außenbeauftragte Omar Abulkarim, „Wir haben einen hohen Preis dafür gezahlt, unser Land zurück zu erobern. Wir können nun nicht auch noch 1.500 traumatisierte ausländische Kinder erziehen. Es ist die moralische und juristische Verantwortung Deutschlands, seine Staatsangehörigen zurück zu holen. Wir verstehen nicht, warum Trump das sagt. Was hat er damit zu tun?“

Die 800 ausländischen Gefangenen seien in kurdischen Händen, nicht in der Gewalt der USA. Daher habe Trump nicht über das Schicksal von Kämpfern des Islamischen Staats zu entscheiden. Die ausländischen Gefangenen seien zwar eine Last, doch liege es nicht im kurdischen Interesse, sie auf freien Fuß zu setzen. „Das wäre auch für uns zu gefährlich.“, so der Berliner Vertreter der kurdischen Selbstverwaltung, Ibrahim Murad. Schon seit Monaten fordern kurdische PolitikerInnen die Regierungen auf, Dschihadisten im Herkunftsland aufzunehmen. Bis jetzt wurden Rückführungen oder Gespräche, die in diese Richtung gehen, noch nicht geführt.