Für knapp die Hälfte der Deutschen könnte ihre Bank bald „Deutsche Commerzbank“ heißen. Schon seit Monaten brodelt die Gerüchteküche um eine Fusion der  „Deutschen Bank“ mit der „Commerzbank“. Vorangetrieben wird sie von Olaf Scholz (SPD). Nun ist wohl auch Deutsche Bank-Chef Paul Achleitner dafür. Doch die Zusammenlegung könnte zehntausende Arbeitsplätze kosten und in der nächsten Krise Milliarden an Steuergeld verschlingen.

Das Finanzministerium und der deutsche sozialdemokratische Finanzminister Olaf Scholz sind schon lange überzeugt: eine Fusion der Deutschen Bank und Commerzbank würde Deutschland im internationalen Konkurrenzkampf besser aufstellen. Die beiden größten deutschen Privatbanken sind weltweit extrem schwach – eine Fusion könnte das ändern, hofft Scholz.

Dies steht im Einklang mit der „Industrie-Strategie 2030“, die Wirtschaftsminister Altmaier Anfang Februar vorstellte. Demnach sei die „Schaffung deutscher und europäischer Champions von strategischer Bedeutung“.

Aktuell hält der Staat 15% an der Commerzbank. Bei einer Fusion würde dieser Anteil wahrscheinlich schrumpfen, jedoch wäre der Staat weiterhin beteiligt.

Auch Deutsche Bank-Chef dafür

Nun berichtet die Financial Times, dass auch Paul Achleitner, Chef der Deutschen Bank, sich für eine Fusion entschieden habe. Ebebfalls der Finanzinvestor Cerberus, der Großaktionär bei beiden Geldhäusern ist, soll seinen Widerstand aufgegeben haben. Als neuer Name ist unter anderem „Deutsche Commerzbank“ im Umlauf.

Unter anderen Anlegern scheint der Zusammenschluss jedoch umstritten zu sein. So meint Fondsmanagerin Alexandra Annecke: „Es wird oft gesagt, dass die exportorientierte deutsche Wirtschaft auf einen nationalen Bankenchampion angewiesen wäre. Allerdings käme aus einer Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank derzeit eine im internationalen Vergleich relativ kleine Bank heraus – mit einer nach wie vor recht geringen Profitabilität und einem Berg an unerledigten Problemen aus der Vergangenheit.“

Erst am Montag ist erneut ein Bericht über Verstrickungen der Deutschen Bank in internationale Geldwäsche erschienen. Neue Spekulationen über einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank haben die Aktienkurse beider Häuser zuletzt jedoch deutlich steigen lassen.

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Fusion bringt Arbeitsplätze in Gefahr

Auf den Kapitalmärkten wird vor allem über den möglichen Profit gesprochen. Weniger hört man davon, dass bei einer Fusion wahrscheinlich zwischen 20.000 – 30.000 Menschen entlassen würden. Davon geht zumindest Daniel Schäfer, zukünftiger Chef von Bloomberg Deutschland, aus.

Denn zusammen hätte die Megabank rund 140.000 Mitarbeiter, von denen viele doppelt besetzten Stellen nach einem Zusammenschluss gestrichen würden.

Too big to fail?

Einer zukünftige Deutsche Megabank hätte dann 38 Millionen Kunden in Deutschland – das wären knapp die Hälfte aller Deutschen. Während das Finanzministerium solch einen Großkonzern befürwortet, warnen international Analysten vor Gefahren für das Geld deutscher Steuerzahler.

So erschien vor kurzem in der New York Times ein Artikel, der davon sprach, dass die Bank in einer nächsten großen Krise durch massiven Steuergeldeinsatz gestützt werden müsste.  So zitiert die NYT Sascha Steffen von der Frankfurt School of Finance and Management: „Die Bank wäre dann erst recht „too big to fail“. Das ist keine gute Idee.“.

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