BeraterInnen sagen PolitikerInnen, was sie machen sollen – und bekommen dafür viel Geld. Bereits seit längerem steht Verteidigungsministerin Von der Leyen in der Kritik, weil sie solchen externen BeraterInnen zu viel zahle. Nun kommt heraus: Das Innenministerium gibt rund 450 Mal so viel aus: nämlich 533 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich das Volumen für Beratungsverträge auf über eine Milliarde Euro.

Das geht aus einer kleinen Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Demnach gebe es bei allen Ministerien zusammen derzeit 903 laufende Verträge mit einem Auftragsvolumen von 1.162 Millionen €.

Wer gibt wieviel aus?

  • Platz 1: Das Bundesinnenministerium von Horst Seehofer (CSU) hat zur Zeit laufende Beraterverträge in Höhe von 533 Millionen Euro. Das ist fast die Hälfte der Gesamtsumme.
  • Platz 2: Das Bundesfinanzministerium unter Führung von Olaf Scholz (SPD) gibt immerhin 142 Millionen Euro für BeraterInnen aus.
  • Platz 3: Das Verkehrsministerium wird durch Andreas Scheuer (CSU) geleitet und benötigt aktuell 101 Millionen Euro für externe Beratungsfirmen.

Interessant: Das Bundesverteidigungsministerium von Ursula Von der Leyen (CDU) hat aktuell Aufträge im Volumen von „gerade mal“ 1,2 Millionen € am Laufen. Das sind rund 0,1% der Gesamtausgaben.

Matthias Höhn, Sicherheitsexperte der Linkspartei, fordert ein Ende der Beratungspraxis: „Die Bundesregierung befindet sich fest im Würgegriff einer riesigen Beratermaschinerie“, sagte Höhn dem RND. Dies koste die Staatskassen viel Geld, obwohl die Ergebnisse mehr als fragwürdig seien. „Das alles geht zu Lasten demokratischer Transparenz“, so Höhn.