Der Weltmarkt stagniert, die Verkäufe der mittleren Fahrzeugklasse und an Privatkunden sind rückläufig, die chinesische und US-amerikanische Konkurrenz sind mit neuen, technologisch ausgereiften Fabriken auf der Überholspur – nun heißt es 15 Wochen lang Kurzarbeit für die ArbeiterInnen des Zwickauer VW-Werks. Währenddessen soll das VW-Hauptwerk in Wolfsburg nicht von der Kurzarbeit betroffen sein.

Wie verschiedene Medien berichteten, hat der Konzern dies Ende Februar verlautbaren lassen. Begründet wurde dieser Schritt mit angeblichen Lieferengpässen. Darüber, wieviele ArbeiterInnen nun Kurzarbeitergeld beziehen müssen und um welche Teile des Werkes es sich dabei handelt, wollte man sich zwar nicht äußern, die zweite Golf-Fertigungslinie, dass Presswerk und die Karosseriefertigung für Lamborghini und Bentley, würden allerdings ohne Kürzungen weiterlaufen (Link).

Auch die Vorbereitungen für den Umbau zur Elektroautofabrik seien wie das Wolfsburger Stammwerk von den Kürzungen nicht betroffen. Für die rund 8.000 Beschäftigten und die Region bleibt das zu hoffen, denn für sie gibt es im Falle des Misslingens vom Fabrikumbau viel zu verlieren.

Außerdem ist Zwickau durchaus kein Einzelfall: Weltweit kommt es zu Jahresbeginn in der Autoindustrie zu Stellenkürzungen, Kurzarbeit und Werksschließungen. Ob nun Honda eine Fabrik in England und Ford zwei in Russland und Brasilien dicht macht oder Audi eine zuvor regelmäßige Nachtschicht streicht – 2019 droht ein hartes Jahr für die ArbeiterInnen in der Autoindustrie zu werden (Link).

Ebenfalls kein Einzelfall: Wo die ArbeiterInnen leiden, setzen die Anteilseigner Speck an. So will 2019 allein Volkswagen 2,5 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten, was einen 20-prozentigen Dividendenanstieg bedeuten würde.