Im Hambacher Wald bei Köln findet seit gestern wieder ein Polizeigroßeinsatz statt. Polizei-Hundertschaften sind im Wald, um die Räumung einer Baumhaussiedlung durchzuführen. AktivistInnen des Hambacher Forst haben deshalb aufgerufen, in den Wald zu kommen.

Am gestrigen Montag rückte die Polizei Aachen mit zwei Hundertschaften zum Hambacher Wald aus. Schon in den frühen Morgenstunden wurde die Dauer-Mahnwache umstellt und durchsucht, angeblich um die Auflagen der Versammlungsbehörde zu überprüfen.

Daraufhin begleitete die Polizei RWE-MitarbeiterInnen nach eigenen Angaben bei der „Beseitigung waldfremder Gegenstände“ im Wald. Dabei wurden Bodenstrukturen wie Barrikaden entfernt, jedoch auch ein noch nicht fertig gestelltes Baumhaus und ein sogenannter „Tripod“ geräumt. Auch wurden dafür mehrere Bäume gefällt.

Angeblicher Fäkalienbewurf

Im Laufe dieser Räumungsarbeiten soll es dann laut Polizei zum Bewurf von RWE-MitarbeiterInnen mit Fäkalien gekommen sein. In einer Presseerklärung von AktivistInnen, die den Hambacher Wald seit Jahren besetzt halten, heißt es dazu:

„Ein angeblicher Fäkalienwurf wird jetzt genutzt, um eine Kompletträumung des Dorfes Krähennest zu begründen. Eine AktivistIn hätte RWE-Mitarbeiter mit Fäkalien beworfen, woraufhin die Polizei das SEK einfahren ließ, mit einer Hebebühne anrückte und weitere Bäume für eine Schneise fällte.“

BesetzerInnen rufen zu Widerstand auf

Hier ist gerade mehr Personal als mit den Cum-Ex-Ermittlungen betraut ist.“
(Taz-Journalistin Anett Selle)

Es sei mittlerweile klar, dass das ganze Baumhausdorf geräumt werden soll. Bereits in den Monaten zuvor hatten die AktivistInnen für einen solchen „Tag X“ mobilisiert, an dem es wieder zu Räumungen kommt. Mit dem „Tag X“ ist eine breite Mobilisierung der UnterstützerInnen-Bewegung verbunden.

Diese Mobilisierung wurde nun ausgerufen, „da Bäume gefällt wurden – außerhalb der Rodungssaison, also während der Vogelbrutschutzzeit, und trotz Erklärung von Seiten der RWE, dass bis Herbst 2020 keine Bäume im Hambacher Forst fallen – und weil die ersten Strukturen der Besetzung bereits geräumt werden.“ Die BesetzerInnen fordern „den sofortigen Stopp der Polizeiarbeiten im Hambacher Forst, den sofortigen Kohleausstieg und die Enteignung RWEs!“

Schon gestern kam es zu Widerstand gegen die Maßnahmen der Polizei: so blockierten SchülerInnen der Bewegung „FridaysForFuture“ und der „Internationalen Jugend“ die Hebebühne, die zur Räumung des Baumhausdorfs in den Wald gebracht wurde. Auch für den heutigen Tag sind Aktionen gegen den koordinierten Einsatz von RWE und Polizei geplant.

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