Das ForscherInnenteam am Potsdamer Zentrum für Militärgeschichte berechnete die Zahl der Veteranen aus Afghanistan mit 90.000. Laut einer weiteren Studie bewertet rund ein Viertel von ihnen den Einsatz rückblickend als unsinnig.

Seit 2001 sind Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan stationiert, damit ist dieser Einsatz der längste seit Bestehen der Bundeswehr. Außerdem ist er auch der teuerste. Bisher war nicht eindeutig bekannt, wie viele SoldatInnen dort stationiert waren, eine Forschung des Teams um die Soziologin Anja Seiffert am Potsdamer Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr brachte Licht ins Dunkel: 90.000 Menschen sollen in Afghanistan stationiert gewesen sein.

Einige von ihnen waren sogar mehrmals für die Bundeswehr dort, was die bisher durch das Verteidigungsministerium veröffentlichten Zahlen wenig aussagekräftig machte.

Gutes Wohlbefinden – wenig Sinn?

ForscherInnen untersuchten auch, wie es den Veteranen nach ihrer Heimkehr geht. Weitestgehend gut, eine Mehrheit bewertet den Einsatz als positiven Beitrag zur persönlichen Entwicklung, er spende „Selbstbewusstsein“. Jeder Zehnte berichtet aber auch von nachhaltigen körperlichen und seelischen Verletzungen, die ForscherInnen erfuhren wiederkehrend, dass SoldatInnen das Erlebte nur selten außerhalb ihres Kameradenkreises besprechen.

Doch wie stehen die Veteranen zur Sinnhaftigkeit des Einsatzes im Allgemeinen? Immerhin 27 Prozent der befragten Soldaten sehen im Nachhinein im Bundeswehreinsatz in Afghanistan keinen Sinn, weitere 26 Prozent stimmen der Aussage zumindest teilweise zu, dass der Einsatz letztlich nutzlos gewesen sei.