Die Polizei aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Bandenburg und Berlin will zukünftig Verdächtige zentral in Leipzig überwachen.

Eigentlich sollte das sogenannte „Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum“ (GKDZ) bereits dieses Jahr seine Arbeit komplett aufnehmen. Daraus wird nun scheinbar nichts. Zwar begann der Aufbaustab des GKDZ Anfang April offiziell mit seiner Arbeit, einsatzbereit wird die neue Abhörzentrale jedoch wohl frühestens im Jahr 2021 sein.

Bis ins Jahr 2021 muss der Aufbaustab, unter der Leitung von Ulf Lehmann, noch die notwendige Technik beschaffen und das entsprechend geschulte Fachpersonal einstellen. 25 MitarbeiterInnen sollen zukünftig in dem GKDZ arbeiten. Nach der Fertigstellung soll das neue Rechenzentrum in Leipzig eine Speicherkapazität von 2.000 Terabyte haben.

Laut Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretärin Tamara Zieschang werde man die ursprünglich kalkulierten Kosten von 15 Millionen Euro wohl nicht einhalten können. Wie hoch die realen Kosten werden, ist bisher unklar.

Das Abhörzentrum soll der Telekommunikationsüberwachung von Festnetzanschlüssen und Mobiltelefonen dienen. Dazu gehört auch die Überwachung verschlüsselter Nachrichten und Messenger.

Der Aufbau dieses zentralen Abhörzentrums fällt zusammen mit der Verabschiedung von neuen Polizeigesetzen, welche die Kompetenzen der Polizeien, auch im Bereich der Überwachung massiv erweitern.