Amazons Sprachassistent schneidet private Gespräche mit.

Amazon hört zu Hause mit: Die smarten Lautsprecher Amazon Echo („Alexa“) sollen auf Ansprache reagieren und hören zu diesem Zweck alles mit, was in den eigenen vier Wänden gesagt wird. Kürzlich wurde gemeldet, dass der Online-Versandhändler tausende MitarbeiterInnen dafür einsetzt, die Alexa-Mitschnitte anzuhören, abzutippen und auszuwerten. Die aufgezeichneten Gespräche werden als Audio- und Textdateien zudem unbegrenzt gespeichert.

Die Vorsitzende der Verbraucherschutzministerkonferenz forderte daraufhin einen Stopp der Abhörpraxis.

Auf ganz andere Ideen kommt das Innenministerium: Geht es nach Horst Seehofer und seinen Mitarbeitern, sollen Ermittler die Einkaufswanze Alexa künftig für ihre Arbeit nutzen. Amazon und andere Hersteller sollen verpflichtet werden, den deutschen Nachrichtendiensten automatisierte, technische Zugänge zu ihren Geräten einzurichten. So steht es im Entwurf des Innenministeriums zur Reform des BND- und Verfassungsschutz-Gesetzes.

Wie das ARD-Magazin Kontraste berichtet, können deutsche Nachrichtendienste schon heute über ihre Partner in den USA auf abgehörtes Material von Alexa zugreifen. Denn die NSA darf diese Daten abfragen. Der Anwalt für Internationales Strafrecht Nikolaos Gazeas erklärte dazu im Beitrag des Magazins: soweit die Sprachaufzeichnungen in den USA lägen, könnten sie nach den dortigen Gesetzen abgerufen und „über den Weg der Rechtshilfe (…) auch an deutsche Behörden herausgegeben werden.“

Amazon habe auf Anfrage mitgeteilt, man werde Kundendaten dann teilen, wenn die Aufforderung dazu rechtsgültig, verbindlich und korrekt zugestellt sei.

Der BND wollte sich auf Anfrage der ARD nicht dazu äußern, ob er schon heute Echo-Lautsprecher als Wanze nutzen könne. Das Bundesamt für Verfassungsschutz verwies darauf, dass es laut Gesetz das Recht zur Wohnraumüberwachung habe.