Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen immer weiter zu. Nach der Entsendung von einem Flugzeugträger, Schiffen, Bombern und Raketen wird in Washington offen über Krieg diskutiert.

In den vergangenen Tagen propagierten die USA immer wieder, sie hätten Geheimdienstinformationen über vom Iran geplante Angriffe auf die rund 7.000 in Syrien und dem Irak stationierten Soldaten. Dass es wirklich stichhaltige Informationen darüber gibt, wird unterdessen auch von Sicherheitsexperten in Washington bezweifelt.

Trotzdem zogen die USA ihr Botschaftspersonal aus dem Irak ab. Auch die deutsche Bundeswehr unterbricht ihre Ausbildungsmission im Irak bis auf weiteres. Alle Soldaten müssten in den Stützpunkten vor Ort bleiben.

Planlos in den Krieg?

Auch aus der politischen Landschaft der USA bekommt US-Präsident Donald Trump harten Gegenwind für seine aggressive Iran-Politik. Im Weißen Haus soll es zu heftigen Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Insbesondere der Hardlinder John Bolton soll Trump zu einem militärischen Einschreiten drängen. Aus der demokratischen Partei wird Trump sogar Planlosigkeit vorgeworfen: „Geh‘ nicht in einen Krieg, der das Leben von Amerikanern riskiert, ohne einen klaren Plan und eine Strategie. Fang keinen Krieg an, ohne einen Plan, ihn zu beenden. Und es ist sehr klar, dass diese Regierung keinen Plan hat.“, so der demokratische Abgeordnete und Präsidentschaftsbewerber Seth Moulton.

Trump dementiert Truppenentsendungen

Wie unter anderem die New York Times berichtete, sollen zur Zeit Pläne für die Entsendung von rund 120.000 US-Soldaten in die Region ausgearbeitet und geprüft werden. US-Präsident Donald Trump wies dies jedoch zurück und bezeichnete den Bericht als „Fake-News“. Er sei zwar absolut bereit, Soldaten zu entsenden, hoffe aber, dass er nicht für einen solchen Ernstfall planen müsse. Sollten die USA gegen den Iran in den Krieg ziehen, würden sie ‚verdammt viel mehr Soldaten‘ schicken als die 120.000, fügte Trump hinzu. Ein wirkliches Dementi sieht wohl anders aus.

„Die Eskalation durch die USA ist inakzeptabel“

Der Außenminister des Iran, Mohammed Dschawad Sarif, verurteilte am Donnerstag die Handlungen der USA aufs schärfste. Die Eskalation der USA sei inakzeptabel. Seine Regierung werde ganz klar „maximale Zurückhaltung“ walten lassen – trotz der US-amerikanischen Provokationen.

Sabotage von Schiffen und Angriffe auf saudische Pipeline

In den vergangenen Tagen häufen sich zudem die Meldungen von vermeintlich pro-iranischen Milizen, welche für Sabotage und Angriffe gegen Saudi-Arabien verantwortlich seien. So meldete Saudi-Arabien vor wenigen Tagen die Sabotage von vier Handelsschiffen.

Zudem soll es zu einem Drohnen-Angriff auf eine saudische Ölpipeline gekommen sein. Die Verantwortung dafür haben pro-iranische Huthi-Rebellen übernommen.