Der amerikanische Medienwissenschaftler Trevor Davis entdeckte die gefälschten Profile auf einer Vielzahl von sozialen Netzwerken. Die AfD leugnet das Ergebnis der Studie.

Diese Woche wurde bekannt, dass die AfD in den sozialen Netzen umfangreiche Unterstützung von Fake-Accounts erhält. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Avaaz spricht von 200.000 falschen Unterstützern der rechten Partei, allein auf Facebook.

Dagegen hat die NGO eine Petition eingerichtet, die sich an Facebook, den Bundestag und die deutsche Justiz richtet. Sie fordert umgehende Ermittlungen und Sperrungen der Fake-Profile und hat bereits mehr als 80.000 UnterzeichnerInnen.

Aufgefallen sind die Bots durch eine Untersuchung des US-amerikanischen Medienwissenschaftlers Trevor Davis. Er fand es verdächtig, dass viele der UnterstützerInnen der AfD auf Facebook gar nicht in Deutschland leben und oft auch nicht auf Deutsch posten.

Besonders auffällig ist, dass die AnhängerInnen von AfD-Facebookseiten verschiedener Landeskreise teilweise tausende Kilometer entfernt leben. So wohnen laut Davis 40 Prozent der UnterstützerInnen des AfD-Kreisverbandes Zweibrücken mindestens 500 Kilometer von der Stadt in der Pfalz entfernt.

AfD redet den Skandal klein

Der AfD-Spitzenkandidat zur EU-Wahl, Jörg Meuthen, erklärte dazu dem ZDF: „Dass einzelne Kreisverbandsseiten Unterstützer haben, die teilweise mehrere hundert Kilometer entfernt von diesem Kreisverband leben, ist in unser Partei völlig normal. Unsere Parteimitglieder und -sympathisanten sind stark miteinander im Internet vernetzt.“

Die Tatsache, dass viele dieser Unterstützer aus dem asiatischen, afrikanischen oder südamerikanischen Raum kommen, wies Meuthen mit der Behauptung ab, dass es sich dabei oft um Auslandsdeutsche handelte.