Das Grundwasser in Deutschland ist überdurchschnittlich stark mit Nitrat belastet. Hauptverursacher ist die Landwirtschaft

Nitrat gelangt in Deutschland zum größten Teil durch die industrielle Landwirtschaft in das Grundwasser. Nitrat ist ein wichtiger Stoff, der das Pflanzenwachstum fördert und somit über Gülle auf den landwirtschaftlich Nutzflächen verteilt wird. Wird nun zu viel Nitrat durch die Düngung verteilt, sammeln sich Rückstände im Grundwasser an.

Ein erhöhter Nitratwert geht mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko einher. Gefährdet sind dabei vor allem Säuglinge und Menschen mit einer schwachen Darmflora. Laut einer Studie steigt das Darmkrebsrisiko auch dann, wenn gesetzlich festgeschriebene Grenzwerte unterschritten werden.

Deutschland verstößt gegen europäische Grundwasserrichtlinie

Laut der Tagesschau gibt es in Deutschland sogenannte „rote Gebiete“, die stark durch erhöhte Nitrat-Werte belastet sind. Im Juni einigten sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) darauf, in eben jenen Gebieten die ausgebrachte Gülle um zwanzig Prozent zu verringern. Von Seiten der Bäuerinnen und Bauern hagelt es Kritik, da die Versorgung mit Kulturpflanzen nicht mehr gewährleistet werden könne.

Nachbesserungen bei der Dünge-Verordnung gefordert

Die EU-Kommission fordert nun von Deutschland, binnen der nächste zwei Monate belastbare Vorschläge zu liefern, um die Belastung durch Nitrat im Grundwasser zu senken.

Bei einer Verurteilung vor dem Europäischen Gerichtshof droht der Bundesregierung ein Zwangsgeld von bis zu 850.000 Euro pro Tag. Bereits im Jahre 2018 wurde das Grundwasser auf dem hohen Belastungsniveau kritisiert.


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