Die neue Zahl der Wohnungslosen berichtet von 650.000 Menschen, die in Deutschland ohne Obdach sind. Sie basiert auf Schätzungen für das Jahr 2017 und wurde auf einer neuen rechnerischen Basis ermittelt. Obwohl die Zahl also geringer ist als zuvor, gibt es einen tatsächlichen Anstieg der Wohnungslosigkeit.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) schätzt für das Jahr 2017, dass rund 650.000 Menschen wohnungslos waren. Die meisten kommen in Notunterkünften unter, wobei die Zuständedort von Wohnungslosen selbst als oftmals unzumutbar beschrieben werden. Nach wie vor sind Wohnungslose überwiegend männlich und alleinstehend. Besonders häufig auf der Straße statt in Notunterkünften leben Menschen aus Osteuropa.

Mit 650.000 Menschen ist die Schätzung deutlich geringer als im Vorjahr. Eher ein rechnerischer Trick als tatsächlich eine gute Neuigkeit, erklärt Werena Rosenke, die Geschäftsführerin der BAGW. Die Datengrundlage bildete in diesem Jahr erstmals NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland. Rosenke schätzt, dass die tatsächliche Anzahl um 15 – 20% gestiegen sei.

Wie auch in den letzten Jahren war die Bekanntgabe der Schätzung verbunden mit der Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum. „Pro Jahr 80.000 bis 100.000 neue Sozialwohnungen und weitere 100.000 bezahlbare Wohnungen“ seien der Bedarf.