Verfahren gegen rund 100 DemonstrantInnen stehen wohl kurz vor der Anklage. Die betroffenen wurden vor zwei Jahren während des G20-Gipfels in Hamburg von der Polizei am Rondenbarg festgenommen.

Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass zehntausende Menschen Anfang Juli 2017 in Hamburg gegen den dort stattfindenden G20-Gipfel demonstrierten. Noch immer laufen viele hundert Verfahren gegen DemonstrantInnen. Unter anderem auch die Ermittlungen gegen eine größere Gruppe, die von Spezialeinheiten der Polizei in einem Hamburger Industriegebiet gewaltsam gestoppt wurde. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen.

Nach mehr als zwei Jahren sollen Informationen der Zeitung Welt zufolge nun die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss stehen und in Kürze erste Anklagen erhoben werden. Laut der Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, sollen sich die Ermittlungen im Rondenbarg-Prozess gegen 100 Personen richten. Die Rondenbarg-Verfahren sollen demnach in mehreren Massenverfahren verhandelt werden.

Nach einem Bericht des NDR soll ein erstes Verfahren mit 17 Beschuldigten bald beginnen. Weitere sollen folgen.

„Die Hausdurchsuchungen sollen uns als gefährliche Kriminelle darstellen“

Das erste und bisher einzige Verfahren rund um die Situation am Rondenbarg war Ende Februar 2018 geplatzt. Damals stand der 19-jährige Italiener Fabio V. in Hamburg vor Gericht. Aufgrund der Schwangerschaft und dem Mutterschaftsurlaub der vorsitzenden Richterin musste das Verfahren abgebrochen werden. Wann das Verfahren erneut aufgerollt wird, ist bisher nicht bekannt.