Seit etwa 20 Jahren befinden sich die Steuern für Unternehmen im freien Fall: 1995 betrugen sie noch fast 60%, bis 2010 wurden sie auf 30% abgesenkt. Angesichts der Wirtschaftskrise fordert die CDU nun eine weitere Absenkung auf 25%.

Das geht aus einem Papier hervor, das von zwei Finanzpolitikern der CDU und CSU ausgearbeitet wurde. Es war vom Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Ralph Brinkhaus, in Auftrag gegeben worden.

„In Anbetracht des Brexits und einer drohenden Rezession ist jetzt die Zeit für Reformen“, so Co-Autor Sebastian Brehm (CSU).

Dazu gehört seiner Meinung nach insbesondere eine Reform der Unternehmensteuer. Die Steuerbelastung für deutsche Unternehmen soll seiner Meinung nach maximal 25 Prozent betragen. Derzeit liegt sie bei rund 30 Prozent – je nach Höhe der Gewerbesteuer.

Wie mit den daraus resultierenden wegfallenden Steuereinnahmen umgegangen werden soll, sagten die Unions-Politiker nicht. Sollten Kapitalisten tatsächlich in Zukunft weiter entlastet werden, bedeutet das umgekehrt eine Belastung niedriger Einkommen oder Kürzungen in den Sozialsystemen.

Unternehmenssteuern sinken – Unternehmensgewinne steigen.

„Ohne eine Reform wird es Wettbewerbsnachteile für die deutsche Wirtschaft geben“, so Brehm. Tatsächlich unterbieten sich seit Jahren Länder wie die USA, Frankreich oder Großbritannien bei den Unternehmenssteuern. Auch in Deutschland wurden in den letzten 30 Jahren die Unternehmenssteuern immer weiter abgesenkt.

Gleichzeitig haben sich die Unternehmensgewinne der deutschen Kapitalgesellschaften (ohne Banken und Versicherungen) seit 1991 verdreifacht – sie stiegen von 173 Milliarden Euro in 1991 auf 543 Milliarden Euro in 2016.