An den amerikanischen Börsen brachen die Börsen gestern so stark ein wie noch nie in diesem Jahr. Hintergrund sind laut Wirtschaftsnachrichten der sich ausweitende Handelskrieg zwischen den USA und China. Der Deutsche DAX verlor in den letzten Tagen über sechs Prozent.

Der Handelskrieg zwischen den beiden stärksten Wirtschaftsmächten der Welt – USA und China – vertieft sich. Als Reaktion auf die Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importe in die USA hat China seine Währung weiter abgewertet. Der Dollar übersprang deshalb erstmals seit mehr als elf Jahren die Marke von sieben Yuan.

Außerdem soll die chinesische Regierung ihre Staatsunternehmen angewiesen haben, keine Agrarprodukte aus den USA mehr zu importieren.

Amerikanische Börsen brechen teilweise um 4% ein

Die wachsenden Spannungen wirkten sich auf die verschiedenen amerikanischen Börsen aus:

  • Für den „Dow Jones“ war es der schlechteste Tag in diesem Jahr. 2,9 Prozent verlor der Aktienindex am Montag.
  • Beim „S&P 500“ waren es 2,98 Prozent.
  • Beim Technologie-Index „Nasdaq“ waren es sogar 3,47 Prozent, teilweise lag der Verlust über 4 Prozent.

„Die Anleger sind noch nicht im Panikmodus, aber eine gehörige Portion Unsicherheit ist dabei“, sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners gegenüber dem Handelsblatt. „Wenn Indizes wie der Nasdaq 100 an einem Tag zwischenzeitlich mit mehr als vier Prozent im Minus liegen, darf das durchaus als Mini-Crash bezeichnet werden.“

Trotz der starken Einbrüchen am Freitag und am Montag bleiben die Kurse der US-Aktien jedoch noch immer auf hohem Niveau: Der S&P 500 notierte elf Prozent höher als Anfang des Jahres, der Nasdaq sogar 15 Prozent.

Mit der neuerlichen Eskalation legte auch der Goldpreis weiter zu. Zuletzt kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls bis zu 1.459 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mai 2013.

Einbrüche auch in Japan und Deutschland

In Tokio verlor des weiteren der japanische Leitindex „Nikkei“ bis zum Mittag (Ortszeit) rund zwei Prozent und sackte auf 2.299 Punkte ab. Der „MSCI-Index“ für asiatische Aktien außerhalb Japans büßte fast drei Prozent ein.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) bewegt sich bereits seit Tagen nach unten und verlor in den letzten fünf Handelstagen 6,11%. In Deutschland ist es um viele Schwergewichte der Industrie schlecht bestellt.

  • Die Aktien von ThyssenKrupp fielen auf ein weiteres Tief seit Sommer 2003.
  • Die Papiere von den Autobauern und -zulieferern Volkswagen, BMW, Daimler und Continental verloren zwischen 2,0 und 2,4 Prozent. Auch DAX-Schwergewichte wie Siemens und SAP verloren deutlich.
  • Bosch kündigte derweil „spürbaren“ Stellenabbau an.