Ein Viertel der Weltbevölkerung leidet unter extremem Wassermangel. 17 Länder drohen, zu Wüsten zu werden.

Die Zahlen klingen dramatisch und genau das sind sie auch. Am Dienstag stellte die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation World Resources Institute (WRI) ihren neuen Wasserverfügbarkeitsbericht vor: „Wasserknappheit ist die größte Krise, über die niemand spricht“, so der Institutsleiter Andrew Steer.

Laut dem Bericht des WRI sind aktuell rund zwei Milliarden Menschen weltweit von extremem Wassermangel betroffen. Das entspricht rund einem Viertel der Weltbevölkerung.

In den 17 am schwersten von Trockenheit und Wassermangel betroffenen Ländern der Welt würden Landwirtschaft, Industrie und Kommunen dauerhaft rund 80 Prozent des verfügbaren Oberflächen- und Grundwassers verbrauchen.

So können bereits kleine Dürren zu gigantischen Wasserkrisen führen. Hier würde dann eine Versorgung der Bevölkerung nicht mehr sicher gestellt sein, wie zur Zeit in der indischen Stadt Chennai und dem südafrikanischen Kapstadt. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Wüstenbildung in diesen Ländern massiv an.

Dieser Zustand verschlechtert sich seit Jahren. Unter anderem führen länger anhaltende und auftretende Dürreperioden, das Abholzen von Wäldern, das Umleiten von Flüssen und der Anbau von bewässerungsintensiven Pflanzen zu einer massiven Zuspitzung des Wassermangels. Die Folgen seien Ernährungskrisen, Konflikte, Migration und finanzielle Instabilität, warnt das WRI.

Deutschland liegt auf Platz 62 der Liste der Länder, die von Wassermangel betroffen sind. Damit herrscht auch hier im Lande ein mittleres bis hohes Risiko für Wassermangel.