Am kommenden Samstag, 28. September, ist der internationale Tag zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Weltweit finden Demonstrationen für die Legalisierung und den sicheren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen statt. In Deutschland werden in mehr als 30 Städten Aktionen organisiert.

Sicher denken die meisten Menschen in Deutschland, dass Abtreibungen hierzulande problemlos möglich sind. Dies trifft nicht zu. Auch in Deutschland wird das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung und sexuelle Selbstbestimmung eingeschränkt. So besteht etwa trotz vielfältiger Proteste bis heute das grundsätzliche Verbot des Schwangerschaftsabbruchs mit den Paragrafen 218/219 im Strafgesetzbuch (StGB).

Schwangerschaftsabbrüche werden damit kriminalisiert und dadurch weiterhin gesellschaftlich geächtet und tabuisiert, anstatt als Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu gelten.

„Wir haben bundesweit kein flächendeckendes Angebot von ÄrztInnen oder Kliniken, die Abbrüche durchführen. So müssen ungewollt Schwangere in vielen Gegenden mehrere Stunden Weg auf sich nehmen, um zur nächsten Praxis zu gelangen. Häufig treffen sie dort auf Abtreibungsgegner, die die Praxen und Beratungsstellen belagern und versuchen, Druck auf die Schwangeren aufzubauen“, so beschreibt das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ die Situation in Deutschland.

Weltweit sterben laut WHO jährlich 70.000 ungewollt Schwangere an den Folgen eines unsicheren, unprofessionell durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs. Die Dunkelziffer dürfte nochmals deutlich höher sein. Das zeigt, wie wichtig es ist, legale und sichere Abbruchmöglichkeiten durchzusetzen. Auch in Deutschland wird in 15% der Abtreibungen noch die von der WHO als „weniger sicher“ klassifizierte Ausschabung als Methode gewählt.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft daher mit zahlreichen lokalen BündnispartnerInnen zu Aktionen in mehr als 30 deutschen Städten auf. Eine Übersicht der Städte findet sich hier.