Nach Angriffen auf Öl-Anlagen in Saudi Arabien sendet die USA weitere Streitkräfte in die Krisenregion. Es werden keine Informationen über deren Anzahl oder Bewaffnung herausgegeben.

Vor etwa einer Woche wurden zwei Öl-Komplexe in Saudi Arabien angegriffen, seitdem droht der dort herrschende Konflikt mit dem Iran immer weiter zu eskalieren. Die USA haben nun entschieden, ihre Truppenpräsenz auf der Seite Saudi Arabiens zu verstärken. Genauere Daten werden geheim gehalten.

Am Freitagabend sprach sich der US-amerikanische Verteidigungsminister Mark Esper im Pentagon für den neuerlichen Einsatz aus. Esper beteuert, dass der Einsatz der Truppen der Deeskalation diene: „Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden.“. Alles deute darauf hin, dass der Iran für die beiden Angriffe verantwortlich sei, die es am Samstag auf saudische Ölraffinerien gegeben hat.

Die militärische Verstärkung in der Region soll auf die Verteidigung gegen Luft- und Raketenangriffe ausgerichtet sein. Der US-Armeechef Joseph Dunford wollte am Freitag keine Angaben zur Truppenstärke machen. Auf Nachfrage erwiderte er, dass es sich nicht um tausende Soldaten handeln werde und in den folgenden Wochen weitere Details über den Einsatz folgen würden.

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Iran dementiert Angriffe

Die iranische Regierung wehrt sich gegen die Vorwürfe und dementiert jede Verantwortung für die Angriffe in Saudi-Arabien. Die von Teheran unterstützen Huthi-Rebellen im Jemen haben sich hingegen ihrerseits zu den Taten bekannt.

Der US-amerikanische Außenminister Mike Pompeo wirft den Huthi-Rebellen vor, zu lügen und in Wirklichkeit nicht in Verbindung zu den Anschlägen zu stehen. Untersuchungen, die vor allem von amerikanischen und saudischen Forschern angestellt wurden, sollen diese These nun untermauern. Sie sollen belegen, dass die Waffen nicht vom Jemen aus eingesetzt worden sind und darüber hinaus, dass sie aus iranischer Produktion stammen.

Fortgesetzte Eskalation

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die USA drohen, ihren Einsatz in der Krisenregion und gegen den Iran zu verschärfen. Anfang des Jahres wurden bereits einen Flügzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt. Im Mai wurden die bestehenden US-Truppen in der Krisenregion um weitere 1.500 Soldaten verstärkt. Die Begründung dafür war eine „anhaltende Bedrohung“ durch iranische Kräfte. Schlussendlich wurde im Juni angekündigt, noch 1.000 weitere Soldaten in den Einsatz zu schicken.

Darüber hinaus verhängten die USA nun knapp eine Woche nach den Angriffen neue Sanktionen gegen die Staatsfonds des Iran und die iranischen Zentralbanken. Der Grund dafür soll deren Unterstützung „terroristischer Kräfte“ sein. Die USA warnte außerdem öffentlich alle Länder davor, mit der iranischen Zentralbank zusammen zu arbeiten. Finanzminister Steve Munchin formulierte das Ganze so: „Wir haben jetzt alle Einkommensquellen Irans abgeschnitten“.

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Diplomatie oder Krieg?

Die Aussagen zu diesem Vorgehen sind innerhalb des weißen Hauses unterschiedlich. So fordert Esper den Iran auf, einen „friedlichen und diplomatischen Weg“ zu gehen, betont jedoch gleichzeitig, dass den USA außer dem direkten Krieg noch andere militärische Mittel zur Verfügung stünden.

Zeitgleich dazu äußert Trump seinen Kritikern gegenüber, dass er „innerhalb von einer Minute“ einen Militärschlag gegen 15 wichtige Ziele im Iran anordnen könne, auch wenn er das möglichst vermeiden wolle. Keine der beiden Aussagen lässt im Zusammenhang mit den kürzlichen Ereignissen eine Deeskalationsstrategie vermuten.