Vor knapp einer Woche wurden in Großbritannien 39 tote Körper in einem Kühltransporter gefunden. Sie gehören vermutlich zu Menschen, die aus Vietnam illegal nach UK einreisten. Viele VietnamesInnen arbeiten dort unter prekärsten Bedingungen auf Hanf-Plantagen.

Die 39 Menschen, deren Körper am vergangenen Mittwoch in einem Kühltransporter gefunden wurden, sind alles EinwanderInnen aus Vietnam. Eltern machten verschiedene Nachrichtensender darauf aufmerksam, dass sie ihre Kinder vermissten. Großbritannien gilt als beliebtestes Ziel vietnamesischer MigrantInnen. Oft ist ihr Ziel, dort auf Cannabis-Plantagen zu arbeiten.

Menschenhandel und Sklaverei

Auf diesen Hanf-Anpflanzungen können Menschen mehr verdienen, als es ihnen in Vietnam möglich wäre. Die Arbeitsbedingungen sind allerdings katastrophal. Zum einen sind es vietnamesische Gangs, die Personen in die USA schmuggeln und dort zur Arbeit zwingen. Zum anderen befürwortet auch die vietnamesische Regierung Migration nach Großbritannien und fordert dazu auf, Geld nach Hause zu schicken.

Eine der Verstorbenen ist Pham Thi Tra Mai. Nach Aussage ihrer Mutter müssten Menschen für die undokumentierte Einreise in das United Kingdom rund 30.000 britische Pfund aufbringen. Dabei unterstützen die vietnamesischen Behörden die illegale Ausreise sogar. Schleuserorganisationen kämen häufig in Reisebüros unter, über die mit staatlichem Auftrag VertragsarbeiterInnen verreisten, so die taz.

Einige müssen zwielichtige Abmachungen mit Schmugglern treffen, um die Reise auf sich nehmen zu können. Immer wieder kommt es dazu, dass undokumentiert Eingereiste zur Arbeit gezwungen werden, um ihre Schulden zu begleichen. In den vergangenen 9 Jahren sind mehr als 3.100 Personen, darunter auch Kinder, als Opfer von Verschleppung bekannt geworden.

Derzeit sind 5 Personen wegen der Tragödie in Gewahrsam, darunter auch der Fahrer des Kühltransporters.