Der Rechtsterrorist Stephan B. hat seine Waffenkenntnisse bei der Bundeswehr erworben. Zuvor hatte sein Vater auf mögliche Verbindungen zum Militär verwiesen. Außerdem soll er von einer anonymen Person finanziell unterstützt worden sein. Derweil sind auch die Namen der Opfer des rechten Täters bekannt: Jana L. und Kevin S.

Wie der Spiegel berichtet, hat der Vater des Rechtsterroristen Stephan B. bei seiner Befragung kurz nach dem Anschlag in Halle auf „Verbindungen“ des Attentäters „zur Bundeswehr“ hingewiesen. Bei einer anschließenden Untersuchung kam bisher heraus, dass Stephan B. dort seinen Wehrdienst abgeleistet hatte. So war er sechs Monate im Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow stationiert. Dort lernte er den Umgang mit der Pistole P8 und dem Sturmgewehr G36.

Dem Geheimdienst fiel nichts auf

Eigentlich gibt es in der Bundeswehr den Militärgeheimdienst „Militärischer Abschirmdienst“ (MAD) der offiziell mit seinen rund 1.000 MitarbeiterInnen für nichts anderes zuständig ist, als eine solche Ausbildung von „Extremisten“ in der Bundeswehr zu verhindern.

Doch der MAD will in seiner Akte keinerlei Hinweise auf die rechte Gesinnung von Stephan B. gefunden haben. Diese Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Immerhin hat der MAD bereits mehrfach Faschisten bei der Bundeswehr gedeckt. Ob es noch weitere „Verbindungen“ zur Bundeswehr gibt, von denen der Vater sprach, ist bisher nicht bekannt.

Anonyme Geldgeber?

Mittlerweile hat Stephan B. seine Tat gestanden und darin ein faschistisches, antisemitisches Weltbild bestätigt. Dabei erklärte er auch, eine anonyme Spende aus dem Internet über 0.1 Bitcoin – rund 750€ erhalten zu haben. Der oder die Spender sind bisher nicht bekannt. Ansonsten äußerte er sich nicht zu möglichen Unterstützern.

Namen der Opfer öffentlich

Derweil sind auch die Namen der beiden Opfer des Rechtsterroristen bekannt geworden: die 40-jährige Jana L. und der 20-jährige Kevin S..

Jana L. war auf den Schützen zugegangen und hatte ihn angesprochen. Kurz darauf erschoss er sie mit drei Kugeln. Wie die Superillu berichtete, war sie ein großer Schlager-Fan. Kevin S. befand sich in dem Kebab-Laden, den der Attentäter angriff, nachdem es ihm misslang, in die Synagoge einzudringen. Er arbeitete als Maler und war ein glühender Fan des Halleschen FC.


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