AktivistInnen blockierten in Solidarität mit der Bevölkerung in Rojava mehr als zehn Stunden lang eine Fabrik des deutschen Rüstungsunternehmens Kraus-Maffei Wegmann in Kassel. Das SEK räumte die Blockade.

In den frühen Morgenstunden haben am Mittwoch rund ein Dutzend AktivistInnen die Zufahrt zu einer Produktionsstätte des deutschen Rüstungsunternehmens Kraus-Maffei Wegmann in Kassel blockiert. Dafür hatten sich mehrere Protestierende an das Eingangstor der Waffenfabrik gekettet. Zudem wurde ein Gebäudedach auf dem Betriebsgelände besetzt.

Auf Transparenten und Fahnen, welche die AktivistInnen an den Fabrikgebäuden anbrachten, zeigten sie sich solidarisch mit der Bevölkerung in Nordsyrien/Rojava und verurteilten den türkischen Angriffskrieg:

„Wir sind zutiefst betroffen von dem Krieg der Türkei, aber auch empört über das fehlende Rückgrat dieses Landes, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen – schließlich stammt ein nicht unerheblicher Teil der Waffen, mit denen die Türkei ihre Invasion vorantreibt, aus Deutschland. Einige davon, allen voran Komponenten des Leopard 2-Panzers, wurden in diesem Werk produziert“, erklärt eine Aktivistin, die sich an das Werkstor gekettet hatte, gegenüber der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen.

Ziel der Aktion sei es gewesen, den reibungslosen Arbeitsablauf so lange wie möglich zu unterbrechen und zu stören, so die Protestierenden.

Nachdem die AktivistInnen ihre Aktion nicht freiwillig beenden wollten, riefen die eingesetzten Polizeibeamten das Sondereinsatzkommando (SEK) zur Hilfe – das, obwohl sich die Demonstrierenden in keinster Weise aggressiv zeigten. Auch gegen UnterstützerInnen, die sich in der Nähe der Fabrik zu einer Mahnwache versammelt hatten, ging die Polizei mehrfach vor. So sollen den AktivistInnen zufolge mindestens ein Unterstützer festgenommen und außerdem – ohne Rechtsgrundlage – ein Auto und mehrere Menschen durchsucht worden sein. Insgesamt nahm die Polizei elf AktivistInnen vorläufig fest.