Alle 20 der größten deutschen Konzerne haben sich öffentlich darauf verpflichtet, die Menschenrechtsstandards der UNO zu achten. Tatsächlich genügt aber kein einziges Unternehmen den Ansprüchen, keines kommt der selbst auferlegten „menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht“ nach.

Eine Untersuchung des „Business and Human Rights Centre“ aus London und der „School of Management and Law“ der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) aus der Schweiz überprüfte das Bekenntnis der Großkonzerne zu den Menschenrechtsstandards. Das Ergebnis ist sehr ernüchternd, keines der Unternehmen erfüllt die Standards vollständig. Im Umkehrschluss: Jedes der 20 größten deutschen Unternehmen ist in Teilen der Welt für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich. Dazu zählen zum Beispiel Volkswagen, BMW, Siemens oder RWE.

Diese Verletzungen finden oft nicht beim Konzern selbst oder am deutschen Standort statt. Stattdessen herrschen oft in den zuliefernden Unternehmen, die mehr oder weniger eng mit den deutschen Großkonzernen verbunden sind, unzulässige Bedingungen. Deswegen gibt es unter anderem die Forderung nach einem „Lieferkettengesetz“: mit ihm sollen Unternehmen dazu angehalten werden, Verantwortung auch für die zuliefernden Betriebe zu übernehmen.

Freiwillige Selbstverpflichtung

Ob Konzerne nach den Menschenrechten handeln und ihre Produktion danach ausrichten, können sie selbst entscheiden. Derweil führt die Bundesregierung eine Studie zu „menschenrechtlichem Engagement“ von Unternehmen durch. Das Ergebnis soll darüber entscheiden, ob Unternehmen sich nach wie vor freiwillig selbst verpflichten, die Menschenrechte in der Produktion zu schützen.

Der Geschäftsführer des Business and Human Rights Centres weist darauf hin, dass die Studie nur bestätigen könne, dass die Mindeststandards nicht erreicht würden.