In Leipzig und insbesondere im Stadtteil Connewitz, die als Hochburgen der linken Bewegung in Deutschland gelten, ist es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Angriffen auf Baustellen und die Infrastruktur von Baufirmen gekommen.

Ob alle vier Feuer, von denen die BILD-Zeitung alleine für Oktober berichtet, tatsächlich auf das Konto von linken AktivistInnen gehen, ist unklar. Tatsächlich liegen aber für einzelne Vorfälle politische Erklärungen auf der Plattform de.indymedia.org vor.

So wird der Angriff auf ein Auto der Immobilienfirma „CG Gruppe“ als Teil einer Solidaritätsaktion mit dem anarchistisch geprägten Viertel „Exarchia“ in Athen bezeichnet. Die AutorInnen stellen Parallelen zwischen der Gentrifizierung in Athen und Leipzig her. Der genannten Immobilienfirma weisen sie eine Mitverantwortung an den explodierenden Mieten und den permanenten Aufwertungsversuchen von ärmeren Stadtteilen zu.

Letzten Samstag war es dann in Connewitz offenbar zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen linken AktivistInnen und der Polizei gekommen. Feuerwehr und Polizei rückten an, um den Brand einer Baustelle zu löschen. Auf Indymedia schildern gleich mehrere Berichte das Geschehen, bestätigen Angriffe auf die Polizei, aber dementieren die Behauptung, auch die Feuerwehr sei angegriffen worden.

Ministerpräsident Kretschmer (CDU) hatte unterdessen am vergangenen Dienstag zu einem Krisentreffen eingeladen, an dem auch die Verfassungsschutz- und Polizeipräsidenten und der sächsische Innenminister teilnahmen.

Offenbar hat man sich dort auf ein repressiveres Vorgehen verständigt. Genaue Ergebnisse wurden jedoch nicht bekannt. Im November soll ein weiteres Treffen in Leipzig stattfinden.