Im niedersächsischen Schöningen hat am Wochenende eine vierköpfige Gruppe vom Balkon einer Wohnung aus Schüsse auf eine Gruppe Geflüchteter aus der Elfenbeinküste abgegeben. Die Schüsse wurden mit einer Schreckschusspistole und Leuchtmunition abgegeben.

Dem Bericht der Polizei zufolge konnten die beschossenen Geflüchteten unter anderem deshalb entkommen, weil sich ein Mann und eine Frau, die zufällig vorbei kamen, in die Situation einmischten. Auch sie wurden beschossen. Die Täter konnten noch in der Wohnung festgenommen worden, die Polizei gibt an, nun auch dem Verdacht eines rassistischen Motivs nachzugehen. Der Sprecher der Polizei betonte, dass auch solche Munition zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen könne.

Es handelt sich bei weitem nicht um den einzigen derartigen Fall in Deutschland. In den vergangenen Monaten und Jahren gab es dutzende Geschehnisse, bei denen MigrantInnen und Flüchtlingsunterkünfte mit Schusswaffen angegriffen wurden. Viele von ihnen erregen nur kaum noch Aufmerksamkeit und werden in der Presse oftmals nur am Rande bedacht.

So war im Juli ein Eritreer in der hessischen Kleinstadt Wächtersbach angeschossen worden und überlebte nur knapp. Im September wurde in Leipzig Kenneth E. zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt, weil er einem syrischen Geflüchteten im Juli 2017 aus unmittelbarer Nähe in die Brust geschossen hatte. Auch hier überlebte das Opfer nach einer Notoperation nur knapp. Die Richter gaben in ihrer Urteilsbegründung an, dass sie eine „deutliche rechte Neigung“ bei der Gruppe im Umfeld des Täters feststellen konnten.