In Kolumbien sind letzten Donnerstag mehr als 207.000 Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die konservative Regierung des Präsidenten Ivan Duque Márquez. Die Proteste halten an und mittlerweile schießt der Staat auf die eigene Bevölkerung.

Die Proteste verstehen sich als eine soziale Protestform gegen die drohende Arbeitsmarkt- und Rentenreform im Land. So sollen das Rentenalter angehoben und die Löhne für die junge Bevölkerung gesenkt werden.

Auf Twitter schrieb der kolumbianische Präsident, dass die Wirtschaft des Landes „zu den besten Lateinamerikas zählt“. Doch von diesen leeren Phrasen lässt sich die aufgebrachte Bevölkerung nicht beeindrucken, denn Duque schickte 170.000 Einsatzkräfte auf die Straßen – um die öffentliche Sicherheit und Ordnung wieder herzustellen.

Die Protestierenden fordern ebenfalls ein Ende der Gewalt, mit der gegen indigene und linke AktivistInnen vorgegangen wird. Ebenso verlangen sie, dass die weit verbreitete Korruption im Land ein Ende findet.

Der amtierende Präsident versucht, nach außen hin die Lage zu beruhigen und lädt zur Gesprächen in seinen Palast ein. Währenddessen verstarb nun ein junger Aktivist an den Folgen einer Tränengaskartusche, die ihn am Kopf traf. Auch drei weitere Menschen im Westen des Landes wurden durch die Einsatzkräfte getötet. Ausgangssperren und Straßenschlachten zeichnen nun das Bild in Kolumbiens Städten.

Mit Kolumbien erreicht nach Bolivien, Chile und Ecuador die soziale Protestwelle das nächste Land in Lateinamerika. Die Menschen sehnen sich ein Ende der Unterdrückung, Ausbeutung und Korruption herbei.