Im vergangenen Jahr umfassten Großerbschaften in Deutschland insgesamt 31 Milliarden Euro. Rund 600 Personen kamen in den Genuss dieser Erbschaften. Auf die Hälfte wurden jedoch keinerlei Steuern gezahlt.

Das geht aus einer Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung hervor, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die wichtigsten Punkte:

  • Im Jahr 2018 entfielen Großerbschaften im Umfang von 31 Milliarden Euro auf rund 600 Personen. Abgefragt wurden alle Erbschaften, die mehr als zehn Millionen Euro umfassten.
    Insgesamt wurden hierfür gerade einmal 5% Steuern gezahlt.
  • Rund 400 Großerben zahlten überhaupt keine Steuern auf geerbtes Vermögen im Wert von 15 Milliarden Euro. Der Grund: sie erbten Firmen. Diese sind von der Erbschaftssteuer befreit.
  • Ähnlich sieht es bei den Schenkungen aus: Von jenen etwa 30 Bürgern, die 2018 100 Millionen Euro oder mehr geschenkt bekamen, zahlten nur fünf überhaupt etwas. Im Schnitt waren es insgesamt 0,2 Prozent Steuern.

Erben kennen viele Menschen nur aus den Medien. Denn die ärmere Hälfte der Bevölkerung erbt fast nichts – außer vielleicht Schulden. Wer steuerpflichtig bis eine Million Euro bekommt, zahlt im Schnitt zehn Prozent ans Finanzamt. Wer dagegen mehr als 100 Millionen Euro erbt, muss laut der Statistiker-Daten grundsätzlich nur halb so viel abgeben.