Am Marktplatz in Schneeberg wurden am Montag Schaufensterpuppen mit Schildern bestückt, die ausschließlich „deutschen Familien“ ein Frohes Weihnachtsfest wünschten. Das ist nicht der einzige Vorfall in Sachsen in diesem Monat.

Rechte Weihnachtswünsche

„Allen deutschen Familien ein ruhiges und friedliches Weihnachtsfest“ und „Wir wollen hier weg“, so steht es auf gelben Zetteln in Schneeberg geschrieben. Die Zettel wurden an Schaufensterpuppen in einem Laden am Schneeberger Marktplatz befestigt. Eine Puppe soll mit dem rechten Arm zum Hitlergruß aufgestellt worden sein.

Zumindest den Vorfall mit den Zetteln bestätigt die Polizei, während der Ladeninhaber sich weigert, die Zettel abzunehmen. Hierbei muss erwähnt werden, dass die BürgerInnen von Schneeberg sich schon seit 2013 vehement gegen die Unterbringung von Flüchtlingen wehren. Der letzte Vorfall ereignete sich im November, als FaschistInnen ihren Ort mit Hakenkreuzen bemalten.

Der deutsche Busfahrer

Ein anderer Vorfall ereignete sich nur 100 km östlich von Schneeberg. Am 16. Dezember wurde über twitter bekannt, dass ein Busfahrer, der mit einem Subunternehmen (Satra Eberhard GmbH) für die Dresdener Verkehrsbetriebe (DVB) arbeitet, seine Fahrgäste darüber informiert, dass er deutsch ist – mit einem Zettel an der Tür seines Busses, auf dem „Diesen Bus steuert ein Deutscher (sic!) Busfahrer“ zu lesen war. Als Schriftart wählte er die Fraktur-Schrift „Old English“. Die DVB kündigten Konsequenzen gegen den Busfahrer an. Hintergrund dieser Aktion – so meint ein Kollege – ist, dass die DVB ihre offenen Stellen mittlerweile auf dem serbischen Arbeitsmarkt ausschreiben. Derzeit tauchen in Dresden immer neue Solidaritätsaktionen zu diesem Vorfall auf. An Haltestellen wird z.B. in der Schablonenschrift „Stencils“ gefordert: „Deutsche Busfahrer zum Tariflohn einstellen!“