In ganz Deutschland wird über den Klimaschutz diskutiert. Doch der klimaschonende öffentliche Nahverkehr wird seit Jahren teurer. Auch im kommenden Jahr steigen die Preise im Nahverkehr weiter an.

Laut statistischem Bundesamt stiegen die Fahrpreise im Nahverkehr der Eisenbahnen (SPNV) seit 2015 um etwa 14%. Damit liegt der SPNV deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate von 5,6 % im genannten Zeitraum. Die Preise im Bahnfernverkehr stiegen dagegen nur sehr leicht an.

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat in der Vergangenheit immer wieder auf die problematische Preisentwicklung bei Verkehrsverbünden und Regionalzügen hingewiesen. So würden die treuesten Nutzer des öffentlichen Verkehrs, die zwei Fahrten pro Arbeitstag umweltfreundlich und klimaschonend unterwegs sind, besonders belastet werden.

„Hier zeigt sich, dass zwischen den Sonntagsreden der Politiker und der alltäglichen Realität eine große Diskrepanz herrscht“, betont Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN.

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Auch 2020 wird Nahverkehr teurer

Der Trend zu teurerem Nahverkehr setzt sich auch 2020 fort. So verlangen die Verkehrsverbünde von ihren KundenInnen zwischen 1,3 und 3,3 Prozent mehr, wie das Nachichtenportal Spiegel Online berichtet.

Konkret steigen die Preise zwischen Aachen, Bonn und Remscheid um 2,5 Prozent. Im Nachbar-Verbund Rhein-Ruhr sind es im Schnitt rund 1,8 Prozent. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund gehen die Preise um 1,5 Prozent nach oben, im Hamburger Verkehrsverbund um 1,3 Prozent. Besonders massiv sind die Preiserhöhungen in Berlin und Brandenburg: hier wird es 3,3 Prozent teurer.

Günstiger wird es dagegen im Süden Deutschlands. Im Großraum München gab es Mitte Dezember eine Tarifreform, welche die Tickets im Schnitt um sieben Prozent günstiger machte. In und um Stuttgart machten einfachere Tarifzonen viele Verbindungen günstiger. In Augsburg wird in Zukunft das Fahren mit Nahverkehrsmitteln in der Innenstadt sogar kostenlos sein.


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