Seit dem Generalstreik vergangene Woche Donnerstag ist der Verkehr in Frankreich größtenteils lahmgelegt. Für heute sind erneut große Proteste geplant.

Mehr als 1,5 Millionen Menschen nahmen am vergangenen Donnerstag an politischen Streikdemonstrationen in mehr als 250 französischen Städten teil. Mit dem Aufruf zum Generalstreik leiteten die französischen Gewerkschaften eine seit vergangener Woche anhaltende Streikwelle ein. Es sind die größten politischen Streiks seit Jahren in Frankreich.

Am Montag sorgten die Streiks im Verkehrswesen erneut für ein gigantisches Chaos im Land. Allein in Paris staute sich der Verkehr auf mehr als 600 Kilometer. Große Teile der Pariser Metro, der Vorstadtzüge sowie des nationalen und internationalen Fernverkehrs wurden bestreikt. Laut der Staatsbahn SNCF legten rund drei Viertel der Lokführer ihre Arbeit nieder. Streikende blockierten zudem zahlreiche Busbahnhöfe, um auch dort den Verkehr lahmzulegen.

Weitere Streiks und Proteste geplant

Für heute haben die Gewerkschaften zu erneuten landesweiten politischen Massenstreiks aufgerufen. Die Streiks treffen in der Vorweihnachtszeit vor allem den Einzelhandel und den Tourismussektor in Paris. Der Vorsitzende der Gewerkschaft CGT, Philippe Martinez, kündigte an, dass man nicht klein bei geben werde, bis die Reformpläne der Regierung für die Rentenversicherung zurückgezogen werden.

Kampf gegen Rentenreform

Es ist der Auftakt einer Reihe von Protesten gegen die Rentenpläne der französischen Regierung. Sie plant, die vielfältige Rentenlandschaft in Frankreich zu vereinheitlichen. Dabei soll das Eintrittsalter von bisher 60 auf 64 Jahre angehoben werden. Auch soll die Universalrente direkt leistungsbezogen sein: wer einen Euro einzahlt, bekommt einen Punkt gut geschrieben. Von den Umbauplänen werden besonders einige bestimmte Berufsgruppen negativ betroffen sein, so die MitarbeiterInnen im öffentlichen Verkehrssystem Frankreichs.

Generalstreik in Frankreich