Am Wochenende sollte es zu einem „stillen Gedenken“ an die im Faschismus ermordeten ZwangsarbeiterInnen auf dem Parkfriedhof Marzahn kommen. Doch es ging im Gebell von Polizeihunden unter. Die Polizei eskortierte die AfD zum Gedenkort und schloss NS-Opfer und Nachfahren aus.

Einsatzkräfte der Berliner Polizei haben am 25.01. ein würdiges Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus auf dem Parkfriedhof Marzahn verhindert. Eingeladen hatten die BVV (Bezirksverordnetenversammlung) und der Heimatverein Marzahn. Die Polizei versperrte ab 10 Uhr den Zugang zum Friedhof. Sie ließ weder die Organisierenden des bezirklichen Gedenkens, noch VertreterInnen der Bezirkspolitik oder diverser Botschaften auf das Gelände.

Auch rund zweihundert sonstigen Teilnehmenden – unter ihnen auch Opfer oder Nachfahren des deutschen Faschismus – wurde der Zugang verwehrt. Einzig die VertreterInnen der faschistischen AfD wurden unter massiven Polizeischutz vom Hintereingang auf den Friedhof geführt.

Die Partei folgte der offiziellen Einladung des Bezirks. Deswegen gab es mehrere Protestaufrufe gegen ihre Teilnahme: u.a. eine Kundgebung vor dem Parkfriedhof und den Aufruf zu einem „Antifaschistischen Gedenken“, um eine Kranzniederlegung der AfD zu verhindern.

Erst fünfzehn Minuten nach dem eigentlichen Beginn des Gedenkens, öffnete die Polizei die Zugänge zum Friedhof. Zum Gedenken durchgelassen wurden jedoch fast nur offizielle politische VertreterInnen. Mehrere hundert andere Anwesende wurden durch Polizeiketten und Hundestaffeln brutal an der Teilnahme gehindert. Sie wurden erst, nachdem die AfD den Gedenkort verlassen hatte, zum Denkmal vorgelassen.

Dazu Tim Reiche, Pressesprecher vom Bündnis „Antifaschistisch gedenken“: „Es ist eine Schande. Die Berliner Polizei errichtet am 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau Wohlfühlzonen für Neofaschisten. Gleichzeitig sperrt sie VertreterInnen demokratischer Parteien, AntifaschistInnen und Opfer des deutschen Faschismus aus. Hierbei handelt sie offenbar unabhängig von den Veranstaltenden, die ebenfalls nicht auf den Friedhof gelassen wurden. Die politische Verantwortung für den heutigen Tag trägt die polizeiliche Einsatzleitung sowie der Berliner Innensenator Andreas Geisel als deren oberster Dienstherr.“