Wissenschaftler der Vereinten Nationen warnen davor, dass die meisten Länder gerade dabei sind, die Pariser Klimaziele zu verfehlen. Dabei handelt es sich schon um das notwendigste Minimum, um die Klimakrise einzudämmen. Derweil geht Schottland einen anderen Weg.

Schottland ist auf dem besten Weg, seinen Energiesektor bis Ende diesen Jahres auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Das geht aus einem Bericht der Umweltorganisation „Scottish Renewables“ hervor.

Demnach machten erneuerbare Energien in Schottland im Jahr 2018 insgesamt 76 Prozent des Stromverbrauchs aus. Die AutorInnen des Berichts erwarten, dass der Prozentsatz weiter steigt und bald 100 Prozent erreicht sein werden.

Das liegt daran, dass Schottland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern schnell aus der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen ausgestiegen ist. So wurde beispielsweise das letzte Kohlekraftwerk des Landes im Jahr 2016 abgeschaltet. Derzeit gibt es nur noch eine genutzte Energiequelle auf Basis fossiler Brennstoffe: eine mit Gas betriebene Anlage in Aberdeenshire.

Vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien.

Schon in der ersten Hälfte des Jahres 2019 lieferten Schottlands Windturbinen genug Energie, um jedes Haus im Land und darüber hinaus Millionen von Häusern in Nordengland mit Strom zu versorgen.

Das Vereinigte Königreich, zu dem Schottland gehört, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 eine Netto-Treibhausgasemission von Null zu erreichen. Schottland plant dies früher. Das Land hat sich ein rechtlich verbindliches Ziel gesetzt, bis 2045 den Nullpunkt zu erreichen. Dafür gibt es jedoch noch viel zu tun, insbesondere im Bereich der Heizung, des Verkehrs, der Industrie und der Landwirtschaft.

Schottlands Umstieg auf erneuerbare Energien hat auch strategische Gründe. So ist Schottland selbst recht rohstoffarm. Indem es sich von fossilen Brennstoffen loslöst, wird es weniger abhängig von Ländern, die diese Rohstoffe verkaufen.


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